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Ronja Stiep und Sebastian Wolff vom Riederwälder Quartiersmanagement nehmen gerne Platz vor dem Nachbarschaftsbüro in der Schäfflestraße, um schnell ins Gespräch mit den Leuten zu kommen.
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Ronja Stiep und Sebastian Wolff vom Riederwälder Quartiersmanagement nehmen gerne Platz vor dem Nachbarschaftsbüro in der Schäfflestraße, um schnell ins Gespräch mit den Leuten zu kommen.

Riederwald

Riederwald: Ganz nah bei den Menschen und ihre Ideen

  • Clemens Dörrenberg
    VonClemens Dörrenberg
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Die Riederwälder Quartiersmanagerin Ronja Stiep ist mit ihrem Kollegen Sebastian Wolff präsent in der Schäfflestraße. Sie bietet auch Workshops an, in denen Bewohner:innen lernen, wie sie ihre Projektideen selbst umsetzen können.

Immer donnerstags kommt Ronja Stiep aus Eckenheim in den Riederwald – meistens per Rad. Denn an der frischen Luft ist die Quartiersmanagerin am liebsten. „Ich liebe es hier überall lang zu laufen und bin ein großer Fan von Vögeln.“ Grünspechte etwa, „den großen Bewohner des Riederwaldes“, sehe sie regelmäßig. Ihre Naturverbundenheit habe sie von ihrer Mutter übernommen, die Biologin sei. Den Blick aus dem Nachbarschaftsbüro in der Schäfflestraße Richtung Wald genießt Ronja Stiep so oft wie möglich, die Fenster stehen meist offen.

Auf dem Cäcilie-Breckheimer-Platz, schräg gegenüber dem Büro, sitzt Stiep nachmittags gerne mit ihrem Kollegen Sebastian Wolff. Wenn das Wetter mitspiele, seien sie dort öfter zu Gesprächen, um nah bei den Bürger:innen zu sein. Den Menschen im Riederwald will die Quartiersmanagerin Möglichkeiten zum lokalen Engagement aufzeigen. „Das Wichtigste ist, ihnen ihren politischen Handlungsraum bewusst zu machen“, sagt sie.

Die „Nachbarschaftsakademie“, die Stiep mit der Quartiersmanagerin für Fechenheim-Nord, Nora David, entwickelt hat, ist ein Instrument dazu. Bei dem Fortbildungsprogramm, das im vergangenen Sommer begonnen hat, lernen Bewohner:innen aus beiden Vierteln in Workshops, eigene Projekte umzusetzen. Etwa 20 Menschen hätten bisher mitgemacht.

„Es geht darum, Fähigkeiten zur freiwilligen Arbeit beizubringen“, berichtet Stiep. Innerhalb von zwei Jahren sollen die Teilnehmenden etwa lernen, wie sie Finanzen verwalten und Förderanträge stellen. Mehr als zwei Dutzend Workshops waren geplant. Coronabedingt konnten online erst zwei stattfinden. Der nächste Termin im Juni, bei dem es um Öffentlichkeitsarbeit gehen soll – etwa, wie man Pressemitteilungen verfasst –, sei in Präsenz geplant, berichtet Stiep.

Auf dem Platz vor der evangelischen Philippusgemeinde stehen neue Hochbeete, die sie erst vor wenigen Wochen mit der „Riederwälder Pflanzgruppe“ gebaut haben. Als einige Kinder vorbeigekommen seien, hätten sie diese spontan eingeladen, mit zu bohren und zu sägen, berichtet Stiep. „Über die Kids kommt man auch mit den Eltern in Kontakt“, sagt sie aus Erfahrung.

Durch ein Praktikum 2019 kam sie erstmals zum Riederwälder Quartiersmanagement des Diakonischen Werkes für Frankfurt und Offenbach im „Frankfurter Programm-Aktive Nachbarschaft“. Rund vier Monate lang lernte die gebürtige Ginnheimerin den östlichen Stadtteil und die Arbeit von Quartiersmanager Sebastian Wolff kennen. Im Anschluss arbeitete sie neben ihrem Humangeografie-Studium an der Goethe-Uni weiter als Quartiershelferin im Riederwald. „Es ist eine politisch wichtige und erfüllende Arbeit“, sagt die 26-Jährige. Sie nehme einen „wertvollen Zusammenhalt der Menschen“ in dem „alten, sozialistischen Stadtteil“ wahr.

Nach ihrem Bachelor-Abschluss zog es sie vollends in die Praxis. Seit Anfang des Jahres hat sie 20 Prozent des Quartiersmanagements-Posten übernommen, sonst arbeitet sie beim Hessischen Rundfunk als Redaktionsassistentin. Quartiersmanager Wolff hat auf 80 Prozent reduziert und ist nur noch montags bis donnerstags vor Ort. Ob Ärger im Mietshaus oder mit der Krankenkasse, häusliche Gewalt oder Einsamkeit in der Pandemie: „Wir sind da“, sagt Wolff, der seit viereinhalb Jahren im Amt ist. Das Tandem im Nachbarschaftsbüro, in den Räumen der ehemaligen Sparkasse in der Schäfflestraße 24, bildet einen Anlaufpunkt für alle Bewohner:innen und vermittelt zu Stadt und Institutionen.

„Es wäre mein Ziel, im Quartiersmanagement Fuß zu fassen“, sagt sie. Deshalb kann sie sich gut vorstellen, mehr als einmal pro Woche für ihre Arbeit in den Riederwald zu radeln.

Das Quartiersmanagement im Nachbarschaftsbüro Riederwald, Schäfflestraße 24, ist unter Telefon 41 07 48 57, mobil 0176 / 19 21 05 07 sowie per Mail riederwald@frankfurt-sozialestadt.de erreichbar.

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