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Philippuskirche droht das Aus

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Von: Friedrich Reinhardt

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Die Philippusgemeinde am Cäcilie-Breckheimer-Platz soll aufgegeben werden.
Die Philippusgemeinde am Cäcilie-Breckheimer-Platz soll aufgegeben werden. © Rainer Rüffer

D ie Evangelische Kirche in Frankfurt und Offenbach plant sich von der Philippuskirche im Riederwald zu trennen. Ob die Kirche als sakraler Ort erhalten werden kann, hänge davon ab, wie das Gebäude künftig genutzt werden soll.

Die Evangelische Kirche in Frankfurt und Offenbach plant sich von der Philippuskirche im Riederwald zu trennen. Das berichtet die Evangelische Kirche. „Die kompletten Räumlichkeiten der Gemeinde an der Raiffeisenstraße stünden zur Disposition“, sagt Pfarrer Matthias Weber. Er betont aber: „Ziel ist es, die Kirche als Gebäude zu erhalten.“ Ob die Kirche aber als sakraler Ort erhalten werden kann, hänge davon ab, wie das Gebäude künftig genutzt werden soll. Werde etwa die Kita erweitert, müsste die Kirche entweiht werden.

Die Philippusgemeinde möchte sich mit der katholischen Heilig Geist-Gemeinde den Standort an der Schäfflestraße teilen, so dass beide Gemeinden sparen können. Wie der Gebäudekomplexe am Cäcilie-Breckheimer-Platz genutzt werden könnte, ist offen. Der Bebauungsplan schreibt eine gemeinnützige Nutzung vor. „Selbst wenn die evangelische Kirchengemeinde umgesiedelt ist, wird auf dem Platz etwas Neues für die Allgemeinheit errichtet.“

Keine 300 Schritte braucht es, um von der evangelischen Philippuskirche aus die katholische Heilig-Geist-Kirche zu erreichen. Eine enge Zusammenarbeit zwischen den beiden Gemeinden ist für Weber und die katholische Pastoralreferentin Gabriela von Melle schon Routine geworden. Diese soll mit dem ökumenischen Standort an der Schäfflestraße intensiviert werden. „Das ist ein Projekt der Vernunft“, sagt Weber. Rund 1000 Mitglieder hat die Philippusgemeinde, Schätzungen der Evangelischen Kirche in Frankfurt und Offenbach zufolge werden es 2030 etwa 750 sein.

In dem räumlichen Zusammenschluss stecke der Zauber von etwas Neuem. Es gefalle ihm, auf der letzten Berufsstrecke noch mal etwas anzustoßen, sagt Weber. Auch von Melle, 62 Jahre alt, freue sich, sich für etwas Innovatives einzusetzen: „Wie können wir unseren Beitrag leisten, dass die Menschen im Stadtteil ein gutes Leben haben?“ Die städtische Saalbau-Gesellschaft hat den Riederwald verlassen, statt Räume für Vereine und Feste gibt es an dem Standort ein Restaurant. Eins der wenigen im Stadtteil. Ein Großteil der Anwohnerinnen und Anwohner wohnt zur Miete. Das Durchschnittsalter liege bei 42, berichtet von Melle. Die Identifikation sei hoch. „Einmal Riederwald, immer Riederwald“, sagt Weber.

Vor dem Zusammenziehen der beiden Gemeinden muss umgebaut werden in Heilig Geist. Das seit Jahren geplante Zusammengehen an einem Standort braucht solide Grundlagen. Barrierefrei, freundlich, „aber ohne Chichi“ solle der Umbau werden, so von Melle.

Klar ist, „wir bleiben zwei Gemeinden“, sagt Weber, aber unter einem Dach und in regem Austausch. Die Jahresplanung 2023 koordinieren der evangelische Kirchenvorstand und der katholische Ortsausschuss bereits. 2024, 2025 sollen dann die Umzugswagen anrollen – sowohl das Bistum Limburg als auch das Evangelische Stadtdekanat Frankfurt und Offenbach wollen das Vorhaben bis dahin umgesetzt haben. „Dafür kämpfen wir auch“, sagen die Pastoralreferentin und der Pfarrer.

Matthias Weber hat im Riederwald eine halbe Stelle, den anderen Teil seiner Arbeitszeit verbringt er im Frankfurter Europaviertel, als evangelischer Part des ökumenischen Zentrums „Pax & People“. Er nennt es „auch ein Labor“. Aber eben in einem Neubauquartier. Im Riederwald geht es dagegen darum, evangelischer- und katholischerseits in einem Anfang des 20. Jahrhunderts als Arbeitersiedlung entstandenen Stadtteil Kirche neu zu justieren.

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