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Mit dem Elektro-Bus zum Einkaufen

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Von: Friedrich Reinhardt

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2020 war der kleine autonom fahrende Bus am Mainkai unterwegs.
2020 war der kleine autonom fahrende Bus am Mainkai unterwegs. © peter-juelich.com

Ein autonom fahrender Bus wird ab September im Riederwald unterwegs sein. Der RMV will neun Monate lang das On-Demand-Shuttle testen. Noch wird ein Operator an Bord sein.

Schritt für Schritt nähert sich der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) mit dem Projekt „Easy“ der Zukunft des autonom fahrenden ÖPNV. Den nächsten Schritt wird er im Riederwald machen. Genauer gesagt zwischen der Haltestelle Schäfflestraße und dem Netto-Markt. Von September an soll der Bus mit der Bezeichnung „Easymile EZ 10 Gen3“ dort einen neuen Testbetrieb aufnehmen.

Neun Monate lang wird der kleine Bus mit acht Sitzplätzen und einer Höchstgeschwindigkeit von rund zehn Kilometern pro Stunde durch den Stadtteil fahren. Die Menschen im Riederwald können ihn kostenlos nutzen. Vielleicht, um schwere Einkaufstüten vom Supermarkt nach Hause zu bringen, um anderen das Quartier zu zeigen oder nur zum Spaß.

Den kleinen Bus kennen viele Frankfurter:innen aus dem Jahr 2020. Damals ruckelte der Easymile EZ 10 Gen2 auf 700 Meter den Mainkai hoch und runter. Kaum schneller als Schrittgeschwindigkeit war das vor allem eine witzige Attraktion für die Fahrgäste.

Die Techniker des RMV haben aber viel gelernt. „Wir sind in Zukunft in der Lage, Verkehre mit autonomen Fahrzeugen in Frankfurt abzuwickeln“, sagte damals Technikgeschäftsführer Michael Rüffer. Der Testlauf auf dem Mainkai habe gezeigt, wie sensibel die Sensorik sei. Das System habe ja eine Menge beachten müssen. Auf dem damals gesperrten Mainkai fuhren und liefen Fußgänger:innen, Radfahrer:innen und E-Scooter kreuz und quer vor dem Bus herum.

Im Kloster Eberbach untersucht der RMV seit 2020 auch, welchen Nutzen der Kleinbus für Touristen haben kann – etwa bei einer Rundtour um das bekannte Kloster in Eltville. Und ob er überhaupt angenommen wird. In Bad Soden fuhr „Easy“ erstmals im regulären Straßenverkehr. Auch bei diesem Test ging es um die Frage, ob das selbst fahrende Auto akzeptiert wird. Wie am Mainkai und in Eltville war noch ein sogenannter Operator mit an Bord, der eingreift, wenn der Bus nicht macht, was er machen soll. Auf dem Gelände der VGF-Stadtbahnzentralwerkstatt in Rödelheim fuhr der Bus 2021 dann erstmals ohne solch einen Aufpasser.

Bei dem Testlauf im Riederwald wird wieder ein Operator mitfahren. Das ist gesetzlich vorgeschrieben. Bei diesen Fahrten soll getestet werden, wie der Shuttlebetrieb als On-Demand-Angebot funktioniert, erklärt der RMV auf seiner Internetseite www.probefahrt-zukunft.de.

On-Demand (englisch für „auf Abruf“) heißt, dass der Bus keinem festen Fahrplan folgt. Über die App „EASY On-Demand“ wird man den Bus zu einer bestimmten Adresse bestellen können und auch das Ziel festlegen. Ein Programm berechnet dann, was die beste Route ist, um die angefragten Fahrten verbinden zu können. Dieses System wird mit dem Rufbus „Knut“ in Frankfurt bereits in Nieder-Eschbach, Bonames, Harheim und Nieder-Erlenbach eingesetzt, allerdings mit regulären elektrischen Kleinbussen – mit Fahrer:innen.

Das On-Demand-System ist im Riederwälder Test aber nur das eine. Der fahrerlose Bus soll nämlich nicht nur fahren, er soll auch ein informativer Gesprächspartner sein – für jene, die sich für das Easy-Projekt interessieren, den RMV-Fahrplan oder die Technik im Shuttlebus. Ob und wie gut die Künstliche Intelligenz (KI) funktioniert, soll der Testlauf zeigen. Vielleicht erzählt die KI dann von ihren verschiedenen Senoren, mit denen sie die Umgebung scannt, etwa dem LMRS-Sensor auf dem Dach. Quasi die Weitsichtbrille des Busses. Er scannt Objekte in einer Entfernung von bis zu 200 Metern, denn der Bus orientiert sich an Häusern, Bäumen und Laternen.

Zudem soll im Riederwald getestet werden, wie Bus und Leitstelle zusammenarbeiten. Dort wird über Kameras am Bus der Betrieb überwacht. Außerdem wird getestet, wie gut sich Easy in Sachen Barrierefreiheit bewährt. So wird man bei der Buchung angeben können, dass man im Rollstuhl sitzt. Dann wird das Programm barrierefreie Haltestellen anbieten – so zumindest der Plan.

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