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Kein Geld für Weihnachtsbeleuchtung

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Von: Fabian Böker

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Solche Sterne verwendet der Vereinsring nicht, sondern eigene. Wenn sie denn hängen können.
Solche Sterne verwendet der Vereinsring nicht, sondern eigene. Wenn sie denn hängen können. © ROLF OESER

Der Vereinsring kann die Weihnachtsbeleuchtung in der Schäfflestraße dieses Jahr vielleicht nicht mehr stemmen. Die Mainova will das fortan selbst übernehmen und dafür eine Rechnung stellen.

Ob es in diesem Jahr im Riederwald eine Weihnachtsbeleuchtung gibt, ist noch unklar. Der Vereinsring, der sich darum seit etwa zehn Jahren im Bereich der Schäfflestraße kümmert, will noch in dieser Woche entscheiden, ob er diese Aufgabe auch weiterhin stemmen kann. Denn die Straßenbeleuchtung Rhein-Main GmbH (SRM), eine Tochter der Mainova, verlangt, dass die Beleuchtung nur noch über sie abgewickelt wird.

Ulrike Schulz, Pressesprecherin des Energieversorgers, bestätigt das. Die Montage der Weihnachtsornamente durch den Vereinsring Riederwald am Eigentum der Mainova sei „leider aus versicherungs- und haftungstechnischen Gründen so nicht mehr“ zu realisieren. Das gelte nicht nur für den Vereinsring Riederwald, sondern für alle Vereine, „die noch nicht an dem neuen, stadtweiten Projekt der Nachhaltigen Weihnachtsbeleuchtung für die Gewerbevereine teilgenommen und die Weihnachtsbeleuchtung selbst aufgehängt haben“. Sie alle hätten ein solches Schreiben erhalten.

Um wie viele Vereine es sich dabei handelt, konnte die Mainova trotz mehrfacher Nachfragen nicht sagen. Viele scheinen es aber nicht sein, die meisten arbeiten zum Teil schon seit Jahren mit der Mainova zusammen. Im Riederwald jedenfalls steht die Beleuchtung jetzt ganz allgemein zur Debatte. Henry Winkelmann, Zweiter Vorsitzender des Vereinsrings, erklärt das vor allem mit der Finanzierung. „Bisher haben wir immer eine Firma mit der Anbringung unserer eigenen Sterne beauftragt“, sagt er. Das habe rund 800 Euro gekostet, was dank eines jährlichen Zuschusses durch den Ortsbeirat 11 (Riederwald, Seckbach, Fechenheim) abgedeckt war.

Die eigenen Weihnachtssterne dürften zwar auch weiterhin verwendet werden, allerdings müsse die Anbringung jetzt durch die SRM organisiert werden, wofür diese dann eine Rechnung stelle. Die könne dann laut Winkelmann bei bis zu 1300 Euro liegen. Der abermals gewährte Zuschuss durch den Ortsbeirat liege bei 1100 Euro, „wir müssten also 200 Euro selbst zahlen“. Klingt nicht viel, „ist aber für einen Vereinsring unserer Größe durchaus eine bedenkliche Summe“. Zumal diese ja dann jedes Jahr investiert werden müsste.

Weihnachtsmarkt

Was der Vereinsring Riederwald auf jeden Fall in diesem Jahr organisiert, ist sen traditioneller Weihnachtsmarkt. Der findet wie immer am zweiten Freitag im Dezember statt, diesmal also am 9. Dezember.

Von 16 bis 21 Uhr werden die Stände auf Höhe der Schäfflestraße 18 aufgebaut sein, im Bereich des Hochbunkers und der Turnhalle. Dort präsentieren sich dann einige der im Vereinsring organisierten Vereine.

Besonderes Highlight sei wie schon im Vorjahr eine elektrische Dampfbahn, die auf dem Bouleplatz fährt. bö

Von der Mainova selbst heißt es, dass die Preise für 2022 aktuell noch in der Kalkulation seien. Im vergangenen Jahr aber habe das Montieren 52,59 Euro und das Demontieren 26,25 Euro je Ornament gekostet.

Verständnis für das Vorgehen der SRM hat Winkelmann nicht. „Wir hätten das einfach so weiterlaufen lassen können wie bisher. Die Montage haben ja immer Fachleute übernommen.“ Auch der zuständige Ortsbeirat lehnt die neue Regelung ab. Sie schränke „ehrenamtliches Engagement ein und erzeugt hohe Kosten, für die in den Stadtteilen keinerlei Mittel vorhanden sind,“ heißt es in einem interfraktionellen Antrag, der bereits in der vergangenen Oktober-Sitzung verabschiedet wurde.

Nur die Grünen hatten sich dem nicht angeschlossen. „Wir wollen in diesem Jahr generell keine Weihnachtsbeleuchtung“, erklärte Fraktionsvorsitzende Sandra Neubauer. Hintergrund seien der russische Angriffskrieg in der Ukraine und die daraus resultierende Energiekrise. Im bevorstehenden Winter gehe es darum, Energie zu sparen. Da biete sich die Weihnachtsbeleuchtung an, „zumal sie in unserem Augen auch kein schützenswertes Brauchtum ist“, so Neubauer.

Sebastian Schugar (CDU) kann das nicht nachvollziehen. Dank moderner LED-Technik sei der Stromverbrauch der Weihnachtsbeleuchtung gar nicht mehr so hoch. „Da gibt es ganz andere und viel bessere Einsparpotenziale“, so seine Vermutung. Und außerdem, etwas pathetisch: „Es gibt aktuell doch sonst nichts Schönes.“ Daraufhin gestand Sandra Neubauer ein, dass es sich nur um ein symbolisches Vorgehen handele. Aber eben eines, das einfach umzusetzen sei.

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