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Pestalozzischüler demonstrierten früh gegen den Tunnelbau.

Schulen in Frankfurt

Eltern fordern Lärmschutzmauer

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Eltern der Pestalozzischule im Frankfurter Riederwald fordern für die Bauphase des Riederwaldtunnels einen Schutz ihrer Kinder vor dem Baulärm. Der zuständige Ortsbeirat schließt sich dem Protest an.

„Wir werden nicht aufhören, bis uns zugesichert wird, dass unsere Kinder ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ihrem Schulalltag nachgehen können“, stellt Angela Wolf, die Elternbeiratsvorsitzende der Pestalozzischule im Riederwald, am Montagabend in der Ortsbeiratssitzung klar. Damit schließt sie sich dem Tenor von Schule und Bürgerinitiative Riederwald (BIR) an. Sie halten an der Forderung fest, dass während der Bauphase des Riederwaldtunnels die geplante Lärmschutzmauer über die Haenischstraße verlängert und ein Belüftungssystem angebracht werden soll.

Die Grundschule mit 260 Kindern befindet sich in unmittelbarer Nähe von dem Ort, an dem ab 2020 sieben Jahre lang am Riederwaldtunnel gebaut wird. „Es ist sicher, dass es über einen Zeitraum von zweieinhalb Jahren zu Lärmüberschreitungen im Bereich der Schule kommen wird“, heißt es in einem Antrag der SPD, der vom Ortsbeirat 11 beschlossen wurde. Damit lehnen die Ortspolitiker den Zwischenbericht des Magistrats vom November ab. Er sieht neben einer Schallschutzmauer lediglich die Installation von Schallschutzfenstern an Süd- und Westfassade vor.

Dass die Installation einer längeren Mauer den Zugang zur Schule unmöglich mache, sei eine Argumentation, die hinkt, findet Angela Wolf. Für findige Planer sei diese Situation nicht unlösbar. Die SPD schlägt vor, eine Pforte für Fußgänger durch eine Überlappung von zwei Wandsegmenten zu errichten.

Wichtig sei die Verlängerung der Mauer, um die Lärmbelästigung auch während Pausenzeiten und Nachmittagsbetreuung zu reduzieren, heißt es von der BIR.

„Die zugesagten Lärmschutzfenster sind ein erster, richtiger Schritt für bessere Bedingungen“, teilt der Elternbeirat der Grundschule mit. Dass dies ausreiche, um den Lärmpegel niedrig zu halten, wie es im Zwischenbericht des Magistrats heißt, glauben die Eltern nicht. Auch beim Lüften der 13 Klassenräume müsste die Lautstärke im Klassenraum überschritten werden. Stoßlüften nur vor Schulbeginn und in der Pause, ließen die baulichen Gegebenheiten des Gebäudes nicht zu, heißt es von der Schulleitung. Die Frischluftzufuhr auch während des Unterrichts würde sogar auf der Homepage der Stadt empfohlen, auf die sich die Vorlage der Sozialdemokraten beruft. „Dass positive Signale vom Land kommen, ist nicht ausreichend“, heißt es seitens der SPD über die wohlwollenden Aussagen von Tarek Al-Wazir für eine Belüftungsanlage.

„Unsere Kinder verbringen einen erheblichen Teil ihres Tages im Schulgebäude“, plädiert der Elternbeirat an die Verantwortlichen, allen Frankfurter Schülern eine gute Lernatmosphäre zu gewährleisten. Laut Magistrat würde allein die erweiterte Schallschutzmauer „unverhältnismäßige“ 1,27 Millionen Euro kosten. „Dass hier finanzielle Aspekte den ausschlaggebenden Punkt markieren, lässt uns unbeeindruckt“, so der Elternbeirat. Der Wirtschaftsstandort Frankfurt würde mit dem Riederwaldtunnel in die Zukunft geführt. Das dürfe nicht auf Kosten ihrer Kinder geschehen.

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