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Auch der kleine Jonas (rechts) half kräftig mit.

Riederwald

Austausch und Anpacken

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Das Quartiersmanagement und die Initiative Stadtteiltreff wollen neuen Plätzen Leben einhauchen. 

Dem Aufruf der Initiative Stadtteiltreff Riederwald (IST) und des Quartiersmanagements sind am vergangenen Wochenende rund 40 Personen gefolgt und haben sich am ersten „Stadtteiltreff ohne Dach“ auf dem Platz vor der Philippusgemeinde beteiligt. Nach einem Ideen-Workshop am Samstag wurde bei der „Los geht’s“-Party am Sonntag gleich tatkräftig angepackt. Das Ziel: Die neu gestalteten Plätze um die Schäfflestraße beleben.

„Wir haben vorab eine Umfrage gestartet, was die Riederwälder sich für den Stadtteil wünschen. Egal ob die Antwort Eisdiele oder Café lautete, der Wunsch nach einem gemütlichen Treffpunkt scheint tief verwurzelt“, sagt Sabine Paulke von der IST. Der zukünftige Marie-Juchacz-Platz eigne sich perfekt, findet Quartiersmanager Sebastian Wolff. „Er ist das geografische Zentrum des Stadtteils – auch zwischen den Häusern der ABG und des VBS. Deshalb eignet er sich perfekt.“

Open-Air-Kino und Flohmarkt, ein mobiles Café und kleine Konzerte sind Ideen von Mitgliedern der IST. Beim Workshop in Gruppen kamen noch einige dazu: Kletterpflanzen, Hochbeete und Insektenhotel, Hüpfkästchen für Kinder und ein Wassernapf für Hunde. Auch eine mobile Feuerstelle, Bühne und Leinwand könnten noch in diesem Sommer umgesetzt werden.

Dass schon wenige Handgriffe reichen, um Leben auf den Platz zu bringen, zeigt sich bei der „Los geht’s-Party“ am Sonntag: Ein Glitzervorhang und Pappschilder mit Sprüchen schmücken den Glockenturm, zwischen den Pfosten entspannt jemand auf einer Hängematte. Es gibt Saft, Obst und Gebäck. Kinder färben den Boden mit Kreide, Erwachsene bauen eine Litfaßsäule und unterhalten sich. Trommeln und Gitarre lehnen noch ungenutzt an der Wand, dafür läuft leise Musik.

„Es ist schön, wenn die Nachbarschaft zusammenkommt, man kennt ja viele aus dem eigenen Viertel gar nicht“, freut sich Nima Diallo über das Angebot. Die Kieselfläche zwischen den Bänken habe die Boule-Prüfung bestanden, sagt Edwin Petrat von der SG Riederwald. „Normalerweise braucht man zum Boule mindestens 15 mal drei Meter, hier sind es nur zwölf in der Länge. Aber für den Spaß reicht es“, sagt er nach einer Testrunde. Bei einem Stück Kuchen unterhält sich Elise Luckfiel mit einer anderen Mutter. „Mir ist vor allem wichtig, den Platz grün zu halten und angenehmer zu gestalten“, sagt sie. „Leider sind wir sehr eingeschränkt, was wir überhaupt machen dürfen“, kritisiert sie. Das Stadtplanungsamt gibt vor, dass alle Veränderungen mobil sein müssen.

Seit das von der IST ins Leben gerufene Stadtteilcafé im Heinz-Ziemer-Haus wegen Baufälligkeit des Gebäudes eingestellt werden musste, fehlte ein Treffpunkt. „Langfristig wäre es wünschenswert, wieder einen überdachten Ort zu haben“, findet Claus Lauth von der IST und freut sich, dass die Chancen dafür wieder besser stehen. „Momentan steht im Raum, dass sich die beiden Gemeinden zu einer ökumenischen Kirche zusammenschließen, weil Pfarrer Fred Balke im kommenden Jahr in den Ruhestand geht.“ Dann könnte das evangelische Gemeindezentrum genutzt werden. So lange bleibt der Stadtteiltreff eben „ohne Dach“.

Beim nächsten Treffen, am Donnerstag, 9. Mai, um 18 Uhr im Gemeindezentrum, werden weitere Schritte geplant. Neue Gesichter sind willkommen. Anregungen werden außerdem unter stadtteiltreff@riederwald.org entgegengenommen.

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