Kommentar

Richtige Entscheidung

  • Claus-Jürgen Göpfert
    vonClaus-Jürgen Göpfert
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Die Buchmesse soll im Herbst stattfinden und ein abgewandeltes aber doch echtes Messe-Erlebnis bieten. Eine wichtiges Zeichen. Der Kommentar.

Die Frankfurter Buchmesse ist seit vielen Jahren das Herz des weltweiten Rechtehandels für Medien. Im Vorfeld der Schau werden wirtschaftlich wichtige Verträge für Bücher, Filme, Spiele und andere Formate geschlossen. Gäbe es diese Funktion nicht, würde auch das Ereignis selbst kaum existieren.

Deshalb hat sich Buchmessen-Direktor Juergen Boos für die Sonderausgabe 2020 die Rückendeckung großer Verlagsgruppen geholt. Hätten sie nicht zugestimmt, hätte Boos die Schau nicht organisieren können. Nun sind die Interessen der großen freilich nicht die Interessen der kleinen und mittleren Verlage. Viele von ihnen sind durch die Pandemie wirtschaftlich hart getroffen, werden sich eine Teilnahme nicht leisten können oder wollen. Hier wird es in den nächsten Monaten noch Diskussionen geben.

Dennoch: Es ist richtig und wichtig, die Frankfurter Buchmesse trotz der Corona-Krise auszurichten. Es geht um mehr als ein trotziges Lebenszeichen der Branche. Denn dieses weltweit größte Medientreffen ist auch eine politische Plattform. Sie gibt unterdrückten und verfolgten Völkern und Gruppen eine Stimme, sie bietet Öffentlichkeit für den Kampf um Menschenrechte und Meinungsfreiheit. Und Medienbildung für bildungsferne Menschen. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels hat diese Positionen in den zurückliegenden Jahren zu Recht stark ausgebaut. Die Buchmesse betritt in diesem Jahr in vieler Hinsicht Neuland.

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