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Die Karma Jazz Group bei den Proben für das Fabrik Jazzfestiva.

Jazz in Frankfurt

Der richtige Groove

Das Fabrik Jazzfestival im Gewölbekeller der ehemaligen Mineralölfabrik in Frankfurt geht in die vierte Runde.

Das Stück wird eingeleitet durch das rhyhthmische Schlagen der Drumsticks. Eins, zwei, eins, zwei, drei, vier. Mit dem letzten Schlag beginnen die Musiker zu spielen. Martin Standke am Schlagzeug, Daniel Guggenheim spielt Saxophon, Christoph Rücker zupft die Kontrabasssaiten und Natalya Karmazin spielt Piano. Zusammen mit dem Altsaxophonisten Evgeny Ring, der an diesem Tag nicht bei der Probe dabei sein kann, bilden die Musiker die Karma Jazz Group.

Das Quintett probt für das Frankfurter Fabrik Jazzfestival, das in dieser Woche zum vierten Mal den Gewölbekeller der ehemaligen Mineralölfabrik in Frankfurt-Sachsenhausen beschallt. An drei Abenden präsentieren dort sieben Bands verschiedene stilistische Jazz-Strömungen. Freitags und samstags treten jeweils zwei Bands auf, „das schafft eine sehr dichte Atmosphäre und eine große Intensität“, sagt Klaus Metz, ehrenamtlicher Kurator des Fabrik Jazzfestivals.

Auch im vierten Jahr des Jazzfestivals wird, wie in den ersten drei Jahren, der aktuelle Stipendiat des Frankfurter Jazzstipendiums auftreten. Das Stipendium wird seit 1991 von der Stadt Frankfurt vergeben. Dieses Jahr ging die Auszeichnung an die Pianistin Natalya Karmazin. Vor zehn Jahren konnte ihre Karma Jazz Group bereits als Gruppe das Stipendium bekommen. Dieses Jahr bewarb sich die Pianistin noch einmal als Solokünstlerin – mit Erfolg.

Das Auswahlverfahren funktioniert laut Karmazin wie folgt: „Man reicht eine CD mit drei verschiedenen Liedern ein. Im Anschluss hört eine Jury diese CDs anonym und entscheidet sich dann für einen der Bewerber.“ Das Frankfurter Jazzstipendium ist mit 10 000 Euro dotiert und dient dazu, Instrumente oder Aufnahmen zu finanzieren.

Karmazin und die Karma Jazz Group proben ein neues Stück. Die Pianistin hat es extra für das Jazzfestival komponiert. Die Idee für den Song hatte sie schon länger, der entscheidende Einfall, der die Komposition vollendete, kam Karmazin allerdings erst am Morgen der Probe.

Das Festival
Beim 4. Fabrik Jazzfestivalin der Fab-rik Frankfurt, Mittlerer Hasenpfad 5, spielen von Donnerstag, 14. November, bis Samstag, 16. November, ein halbes Dutzend Bands und Solokünstler.

Das Peter Weiss Quintettum den Düsseldorfer Schlagzeuger Peter Weiss tritt am 14. November um 20 Uhr auf.

Das Trio Dreisamspielt am Freitag, 15. November, 19.30 Uhr. Im Anschluss, um 21.30 Uhr, ist das Volker Engelberth Quintett an der Reihe.

Natalya Karmazinund die Karma Jazz Group gastieren am Samstag, 16. November, 19.30 Uhr, in der Fabrik. Um 21.30 Uhr folgt der norwegische Komponist und Tubist Daniel Herskedal.

Kartenkosten zwischen 20 Euro und 35 Euro und sind erhältlich an der Vorverkaufsstelle in Schmidt’s Papeterie in der Schweizer Straße 67 in Frankfurt, an der Abendkasse oder auf der Homepage der Fabrik. 

www.die-fabrik-frankfurt.de

Geprobt wird im zweiten Obergeschoss von Karmazins Wohnhaus, hier befindet sich ein Proberaum. Am Fenster steht ein Flügel, rechts daneben ein Schlagzeug, hinten an der Wand ein Keyboard. Überall liegen Noten und Notizen herum, man erkennt sofort: Hier wird viel und leidenschaftlich an der Musik gearbeitet. „Hier können wir leider nicht immer proben, manchmal ist es zu laut für die Nachbarn“, erzählt die Pianistin.

Die Band versucht gemeinsam den „richtigen Groove“ für das neue Stück zu finden. „Oft ist der Anfang schwierig. Wir stellen uns dann die Frage: In welche Richtung geht das Stück?“, erklärt Schlagzeuger Martin Standke. Das genaue Arrangement der Stücke entsteht bei den Bandproben. Jedes Mitglied der Karma Jazz Group ist Teil des Entstehungsprozesses.

Die Band probt nicht regelmäßig. Sie kommt zusammen, wenn Konzerte oder Aufnahmen anstehen. Das liegt unter anderem daran, dass alle Bandmitglieder noch in anderen Bands spielen oder als Musiklehrer arbeiten. Sie können alle von der Musik leben, allerdings benötigt dies viel Flexibilität und das Engagement in unterschiedlichen Projekten.

Die Vorfreude auf das Festival ist bereits groß bei der Karma Jazz Group. „Das Jazzfestival ist ein spannendes Aufeinandertreffen unterschiedlicher Jazzbands“, sagen die Musiker. Die Festivalgäste erwartet ein heterogenes und modernes Jazzprogramm, das junge und etablierte Jazzbands zusammenbringt.

Die Mischung aus verschiedenen Musikern und Stilen findet auch Monika Linhard, Pressesprecherin der Fabrik, besonders spannend. Sie hebt den 37-jährigen Norweger Daniel Herskedal hervor. Er legt den Fokus in seiner Musik auf die Tuba. „Die Konzentration auf ein eher ungewöhnliches Instrument wie die Tuba ist etwas Besonderes“, sagt Linhard.

Nach der Probe trinkt die Karma Jazz Group noch gemeinsam Tee. Es wird miteinander gequatscht, jemand reicht Croissants herum. Schnell wird die Musik wieder Thema der Unterhaltung. Wann und wo wird das nächste Mal geprobt? Schließlich muss noch der „richtige Groove“ gefunden werden.

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