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Impfung

Sanofi und Biontech kooperieren für Corona-Impfstoff

  • George Grodensky
    vonGeorge Grodensky
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Im Industriepark Höchst unterstützt Sanofi ab Sommer den Mainzer Konkurrenten Biontech bei der Abfüllung des Corona-Impfstoffs. Es geht um 125 Millionen Dosen für die EU.

Die Firma Sanofi gewährt dem Mainzer Unternehmen Biontech Zugang zur Produktionsinfrastruktur im Industriepark in Frankfurt-Höchst. Sanofi wird Fertigungsschritte der späten Phase übernehmen, um ab Sommer 2021 mehr als 125 Millionen Dosen des Covid-19-Impfstoffs für die Europäische Union zu liefern. Das haben die Unternehmen am gestrigen Mittwoch vereinbart.

Dabei handelt es sich um die Abfüllung und Etikettierung, informiert Biontech auf Anfrage. Der Impfstoff wird in Beuteln zu Sanofi geliefert, wo er abgefüllt wird. Es handele sich nicht um zusätzliche Dosen, sondern um Kapazitäten, die in den zwei Milliarden für 2021 bereits berücksichtigt wurden.

Sanofi

Das Pharmaunternehmen mit rund 100 000 Mitarbeiter:innen ist auf der ganzen Welt zu finden. Frankfurt-Höchst ist der deutsche Firmensitz und Sanofi der größte Arbeitgeber im Industriepark. Etwa 7750 Beschäftigte arbeiten in Forschung, Entwicklung, Produktion und Verwaltung.

Schwerpunkt sind seit mehr als 85 Jahren Diabetestherapien: Die Insulinproduktion in Höchst solle weiterlaufen wie bisher, versichert das Unternehmen. Auch die Wirkstoffe eines Medikaments gegen Bluthochdruck und eines gegen Heuschnupfen werden hier hergestellt. sky

„Wir wollen unserer gesellschaftlichen Verantwortung nachkommen“, sagt Miriam Henn, die Pressesprecherin von Sanofi Deutschland in Frankfurt. Sanofi wolle die Kolleg:innen von Biontech und Pfizer bei der Herstellung unterstützen, „da wir über entsprechende Technologie und Anlagen verfügen“. Die kurzen Transportwege dürften ebenso eine Rolle spielen.

„Wir haben deutlich vor Augen, dass umso mehr Menschenleben potenziell gerettet werden können, je eher Impfstoffdosen verfügbar sind“, sagt Paul Hudson, Chief Executive Officer von Sanofi. „Obwohl Impfkampagnen auf der ganzen Welt angelaufen sind, werden nicht genug Menschen geimpft.“ Hudson verweist auf Produktionsengpässe und verzögerte Zulassungszeiten.

Sanofi hat selbst zwei Impfstoffe in der Entwicklung, die einer Fertigstellung harren. Die möchte das Unternehmen „parallel zur industriellen Kooperation“ weiterentwickeln. Eigens für die Impfstoffproduktion hat Sanofi vor vier Monaten begonnen, Anlagen im Höchster Industriepark umzubauen. Nun werden sie an das Produkt der Mainzer Kollegen angepasst.

„Da ist eine ganz andere Technik nötig, das dauert seine Zeit“, sagt Miriam Henn. Der Mainzer Impfstoff braucht zum Beispiel eine andere Kühlung. Zu den Umbaukosten möchte sich das Unternehmen nicht äußern. Zusätzliches Personal werde Sanofi nicht einstellen. Mit Blick auf die eigenen Impfstoffe seien bereits alle Kräfte vor Ort, die benötigt werden könnten. Die Insulinproduktion laufe unverändert weiter.

Die Zusammenarbeit mit Biontech ist kein Neuland für Sanofi. „Wir kennen uns gut, wir sind ja Nachbarn“, sagt Henn. In der Krebsforschung gibt es bereits eine Kooperation. Sicherheitsbedenken wegen Querdenkern oder anderen Corona-Zweiflern hegt sie nicht. „Wir arbeiten im Industriepark bereits in einem geschützten Areal.“

Bei der Wirtschaftsförderung des Landes Hessen ruft die Nachricht der Impfstoffkooperation regelrecht Begeisterung hervor. Nach Genehmigung der zusätzlichen Produktion in Marburg sei es die zweite „hervorragende Nachricht für Hessen“, sagt Rainer Waldschmidt, Geschäftsführer der Hessen Trade & Invest GmbH. „Hessen nimmt eine zentrale Rolle bei der Bekämpfung des Infektionsgeschehens ein.“

Auch Frankfurts Wirtschaftsdezernent Markus Frank ist voll des Lobes. „Frankfurt wird eine wichtige Rolle rund um das Thema Impfstoff einnehmen“, sagt er. Wegen der gebündelten Kompetenz von exzellenter Wissenschaft, Forschung, Entwicklung und der großen industriellen Erfahrungen im Industriepark Höchst. Und selbstverständlich auch wegen der zentralen Lage in Europa. Er sei voller Hoffnung, dass „starke wirtschaftliche Impulse von unserer Gesundheitsindustrie zum Wohle unserer Bürgerinnen und Bürger ausgehen werden“.

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