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In Frankfurt fehlen Ladesäulen.

Klimawette

Rhein-Main: Plastik bleibt im Laden, Auto in der Garage

  • Thomas Stillbauer
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Neue Beiträge zur FR-Klimawette. Leserinnen und Leser sind mit ganzem Herzen dabei und berichten, wie sie reisen, einkaufen, essen - fürs Klima.

Laut einer aktuellen Studie zur Nachhaltigkeit liegt Frankfurt unter 25 ausgewählten deutschen Städten auf dem sechsten Platz. Die Stadt punkte „mit einem hohen Anteil an nachhaltigen Geschäften wie Bioläden oder veganen und vegetarischen Restaurants“, urteilt die WBS-Gruppe, ein Berliner Weiterbildungsunternehmen.

In Sachen Verkehr landet Frankfurt aber weit hinten. Da zählen die Preise für Monatskarten, der Anteil an Elektro- und Hybridautos und die Zahl der Ladesäulen. Vor Frankfurt liegen in der Gesamtwertung Stuttgart, Düsseldorf, München, Berlin und Leipzig. Wiesbaden kommt auf dem 21. Rang; dort maß die Studie ein geringes Interesse an den Aktionen der „Fridays for Future“ in sogenannten sozialen Medien.

Der Wert solcher Städterankings ist umstritten. Viel wichtiger: Was machen die Menschen? Und da schreibt uns beispielsweise Michael Kleinespel aus Frankfurt: „Gude, an der Wette beteilige ich mich gern.“ Sein Klimabeitrag: „Ich verzichte auf ein eigenes Auto und nutze gelegentlich, durchschnittlich einmal pro Monat für drei Stunden, ein Car-Sharing-Auto. Meine Kinder leben beide in Paris, und ich besuche sie mit ICE und TGV statt Flugzeug.“ Damit nicht genug. „Ich lebe und arbeite in meinem Atelier, damit spare ich mir eine Wohnung“, zählt er auf, „ich esse kein Rindfleisch mehr, ich werde keine Flugzeuge mehr benutzen, ich nutze Ökostrom von Eon.“

Starkes Vorbild. Das gilt auch für Günther Nießen, er schreibt: „Ich fahre seit dem 6. Januar 2020 mit öffentlichen Verkehrsmitteln fast täglich in die Stadt nach Frankfurt; habe das Seniorenticket des RMV gekauft.“ Nur noch einmal pro Woche im Winter geht es mit dem Auto zum Einkauf. „Ansonsten bleibt der Diesel in der Garage, danach wird mit dem Fahrrad eingekauft bis auf die schweren Dinge.“ Fleisch gibt’s nur ein- oder zweimal in der Woche. Außerdem: „Keine Plastiktüten beim Einkauf auf den Bauernmärkten in der Stadt und überhaupt beim Einkauf; keine Plastikwasserflaschen mehr“, berichtet Günther Nießen und wünscht „viel Erfolg und toi, toi, toi.“ Besten Dank. Unsere Klimawette kommt auch überregional gut an, wie etwa Dieter Hartwig aus dem hohen Norden lobt. „Die Idee ist ja schön“, schreibt er uns, aber: „Wie beteiligen wir Nicht-FrankfurterInnen uns daran?“ Die Sache ist so: „Meine Frau und ich reisen in diesem Jahr mit dem Zug von Kiel nach Lissabon, statt wie seit 1981 mit dem Flugzeug. Allerdings fliegen wir zurück.“ Weitere Beiträge der Hartwigs: „Statt wie bisher mit dem Auto zum Sport/Joggen auf einem Sportplatz zu fahren, nehme ich drei Mal pro Woche das Rad, macht jeweils ca. vier Kilometer. Alle Einkäufe mit dem Fahrrad – kleine mit dem Normalrad, größere (Markt) mit einem Lastenrad – mindestens seit 20 Jahren.“ Mit dem Zug nach Westerland, Rostock, München, ganz klar: An den Hartwigs aus Kiel liegt es nicht, dass wir in der Klimakrise sind. „Auch von Auswärtigen gute Beispiele sammeln“, empfehlen sie. Sehr gern.

Die erste Woche unserer Klimawette geht zu Ende, viele weitere Beiträge sind schon eingetroffen und werden bald in der FR veröffentlicht. Bitte senden Sie E-Mails mit Ihren guten Klimaschutztaten an online@fr.de, motivieren Sie Freunde und Verwandte, vielleicht machen die Eltern aus der Kita mit, der Kegelklub, die Kollegen. Es geht nicht ums Gewinnen, sondern um die Zukunft. Bleiben Sie dran.

Die Klimawette

So geht’s: Sie möchten CO2 einsparen gegen die Klimakrise? Schreiben Sie uns (an online@fr.de), was Sie tun. Sie verzichten auf Flugreisen, aufs Auto, auf klimaschädliche Lebensmittel (etwa Rindfleisch oder Wintertomaten)? Ganz oder zeitweise? Fein, schicken Sie uns eine E-Mail, wir rechnen aus, wie viel Kohlendioxid das jeweils spart. Regelmäßig veröffentlichen wir Tipps, mit welchen Maßnahmen Sie wie viel fürs Klima tun können. 

Wettpartner ist das Frankfurter  Energiereferat, das mit seinem Klimasparbuch wertvolle Tipps zum CO2-Sparen gibt. Die Wette lautet: FR-Leserinnen und -Leser sparen binnen eines Monats (bis 20. Februar) mehr CO2 ein als die Klientel des Energiereferats. In einer ersten Wettrunde mit HR-Wetterfrosch Thomas Ranft im Dezember schaffte das Energiereferat immerhin respektable 1282 Tonnen Kohlendioxid.
Wichtig: Es muss sich um eine Verhaltensänderung handeln. Wenn Sie schon immer mit dem Fahrrad gefahren sind und auch künftig aufs Auto verzichten, dann ist das absolut vorbildlich – aber es bringt keine zusätzliche Reduktion der Treibhausgase. Wir wollen ja runter von den hohen Emissionswerten. Frankfurt hat noch nicht mal ein Viertel der Reduktion geschafft, die es bis 2050 erreicht haben will. 

Wir machen Vorschläge. Immer wenn Sie das Klimawetten-Logo in der Rundschau sehen, gibt es auch einen Tipp, wie Sie Ihren CO2-Ausstoß verringern können. Senden Sie uns eigene Ideen. Jeder Beitrag zählt. Bitte vermerken, wo Sie wohnen; die Wette umfasst Frankfurt und die Rhein-Main-Region.  

Gewinnen Sie mit. Wir verlosen unter allen Einsenderinnen und Einsendern 25 klimafreundliche Coffee-to-go- Mehrwegbecher. Das Energiereferat spendiert außerdem 25 Klimasparbücher. Und als Hauptgewinn bieten wir für mehrere Leserinnen und Leser einen Redaktionsbesuch bei der FR an, samt Gespräch mit der Chefredaktion und FR-Klimaexperte Joachim Wille. 

Mehr Info: fr.de/klimawette, Energiereferat unter www.frankfurt.de.

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