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Rettungswagen am Frankfurter Mainufer im Stau

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Wie viel Zeit Notärzte und Feuerwehr durch die Sperrung des nördlichen Mainufers verlieren, ist umstritten. Vor allem eine Bürgerinitiative sieht Gefahr für Leib und Leben.

Ist die Sperrung des Mainkais ein Problem für die Rettungsdienste? Die Bürgerinitiative „Sachsenhausen wehrt sich“, die vehement für die Öffnung der Straße am nördlichen Mainufer kämpft, befürchtet, dass Rettungswagen wegen der gesperrten Straße viel Zeit verlieren. Auch Christoph Schmitt (CDU), sicherheitspolitischer Sprecher der CDU im Römer, äußerte sich im Gespräch mit der FR besorgt. Derweil reagiert die Feuerwehr auf Anfrage zurückhaltend.

Schmitt berichtete von einem Treffen seiner Fraktion mit der Arbeitsgemeinschaft Frankfurter Hilfsorganisationen. Dabei habe ein Vertreter einer Organisation Zeitverzögerungen beklagt. Diese beträfen sowohl den Mainkai als auch die Kurt-Schumacher-Straße, wo unlängst eine Spur für Radfahrer mit Baken abgetrennt wurde. Dadurch könnten Autofahrer nicht mehr Platz machen, wenn sich von hinten ein Rettungswagen nähere. Durchschnittlich gingen bei Einsätzen, die die Rettungswagen auf direktem Weg über den Mainkai oder die Kurt-Schumacher-Straße führen würden, zwei Minuten verloren. Die übrigen Vertreter der Hilfsorganisationen hätten dieser Einschätzung zugestimmt, so Schmitt.

Versenkbare Poller möglich

Der Sicherheitspolitiker fordert deshalb Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) auf, das Gespräch mit den Rettungsdiensten zu suchen. Am Mainkai, so hofft Christoph Schmitt, werde sich das Problem im August von selbst lösen. Dann endet der einjährige Verkehrsversuch. Die CDU geht davon aus, dass die Straße dann wieder für Autos freigegeben wird, wobei sich Schmitt durchaus eine Gestaltung vorstellen kann, bei der Radfahrer und Fußgänger mehr Platz bekommen als vor der Sperrung.

Bis August könnten womöglich neue Poller dafür sorgen, dass Rettungswagen schneller ans Ziel kämen, so der Politiker. Bisher ist der Mainkai von abschließbaren Schlagbäumen gesichert. Die Besatzung von Feuerwehr- und Rettungswagen haben dafür Schlüssel, müssten aber erst anhalten und aussteigen, um die Hindernisse aufzuschließen. Deshalb suchen sie sich oft andere Wege, etwa über das südliche Mainufer. Eine Alternative wären Poller, die sich per Funkfernbedienung in der Erde versenken ließen.

Feuerwehr  äußert sich wenig konkret

Bei der Feuerwehr Frankfurt antwortet man auf FR-Anfrage zu möglichen Zeitverlusten durch die Sperrung des Mainkais wenig konkret. Die Verzögerung lasse sich „aktuell nicht beziffern“, sagt Rainer Heisterkamp, Sprecher der Branddirektion. „Jede Verdichtung, jede Baumaßnahme, jede Umleitung oder Sperrung führt natürlich zu Verzögerungen oder Behinderungen, nicht nur für den Rettungsdienst“, so Heisterkamp. Bei der Evaluation der Sperrung werde die Branddirektion ihre Erfahrungen einbringen.

Die Bürgerinitiative hatte vor einigen Wochen im Internet ein Video von einem Rettungseinsatz veröffentlicht. Darin steht ein Notarztwagen am südlichen Mainufer im Stau. Auf Anfrage der Initiative antwortete Klaus Oesterling, es lägen keine Beschwerden der Feuerwehr über die Sperrung der Uferstraße vor.

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