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Mostafa Elhady in der Frankfurter B-Ebene.

Lokal geschlossen

Restaurantbetreiber beklagt Schikane

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Das "Che Vegara" in der Station Hauptwache musste schließen. Der Vermieter, die Verkehrsgesellschaft Frankfurt beruft sich dabei auf "gravierende Verstöße gegen Sicherheitsvorschriften".

Mostafa Elhady spricht von „Schikane“, die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) beruft sich auf „gravierende Verstöße gegen Sicherheitsvorschriften“ und „Manipulationen“. In der Frage, warum Elhadys Restaurant „Che Vegara“ die B-Ebene der Hauptwache verlassen musste, gehen die Darstellungen weit auseinander.

Dabei gab es zwischen beiden Seiten überhaupt kein direktes Mietverhältnis: Das „Che Vegara“ war Untermieter einer Backkette. Die Verkehrsgesellschaft als Eigentümerin der B-Ebene hatte dem Deal zugestimmt – laut Elhady allerdings erst nach der Androhung rechtlicher Schritte: „Die wollten mich von Anfang an nicht haben.“ 

„Sie werden hier nicht arbeiten“

Als er gerade dabei war, das Restaurant für die Eröffnung am 1. Oktober herzurichten, stand nach seiner Darstellung plötzlich eine VGF-Mitarbeiterin im Raum. „Sie werden hier nicht arbeiten“, habe sie angekündigt. Jemand anderes von der Verkehrsgesellschaft habe gesagt, dass sein orientalischer Einrichtungsstil „nicht den Vorstellungen der Vermietungsabteilung“ entspreche. Er solle sich „warm anziehen“. 

Für Elhady steht deshalb die Frage im Raum, ob sein schnelles Ende in der B-Ebene etwas mit Rassismus zu tun haben könnte. In jedem Fall aber fühlt er sich von der VGF schikanös behandelt. Wöchentlich habe sie sein Restaurant kontrolliert,  andere Geschäfte in der B-Ebene bekämen viel seltener Besuch. „Entweder macht man das bei allen oder bei niemandem.“ Die Verkehrsgesellschaft hingegen erklärt, sie habe ihm keinesfalls von Beginn an „kritisch oder gar ablehnend“ gegenübergestanden. 

Rauchmelder mit Plastiktüte abgeklebt 

Wiederholt habe es aber massive, insbesondere sicherheitsrelevante Verstöße gegeben. Beispielsweise sei ein Rauchmelder mit einer Plastiktüte abgeklebt worden – eine „Manipulation“, die die VGF „in der am stärksten frequentierten U-Bahn-Station der Stadt“ nicht dulden könne. Elhady bestätigt, den Rauchmelder verhüllt zu haben. Jedoch „nur für eine Stunde“, um die Decke zu lackieren. Dagegen behauptet die VGF, der Restaurantbetreiber habe warme Speisen kochen wollen – was laut Mietvertrag wegen fehlender Lüftungen verboten ist. Elhady wiederum sagt, er habe vor Ort nur Salate und Brot zubereitet. Alles andere habe er anderswo gebrutzelt. Wie auch immer: Noch am selben Tag sprang der Alarm an, die Feuerwehr musste ausrücken.

Wenig später, am 10. Oktober, kündigte die Backkette den Untermietvertrag. Der abgeklebte Rauchmelder sei ein Fehler gewesen, sagt Elhady rückblickend. Nicht verstehen könne er aber, wieso er gleich fristlos rausgeworfen werde. Am 22. November habe die VGF den Strom abgestellt. Daraufhin räumte er das Ladenlokal, in dem Bedürftige dank eines Gutscheinsystems kostenlos essen konnten. 80 000 Euro habe er mit dem „Che Vegara“ verloren, sagt Elhady. Wegen seiner Gesundheit und aus finanziellen Gründen sah er davon ab, sich juristisch zu wehren.

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