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Resolution zum Fechenheimer Wald abgelehnt

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Von: Fabian Böker

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Diese Forderung ist im Ortsbeirat 11 nicht überall vorhanden.
Diese Forderung ist im Ortsbeirat 11 nicht überall vorhanden. © Peter Jülich

Die Grünen im Ortsbeirat 11 wollten einen Rodungsstopp erreichen, doch konnten damit kaum jemanden im Gremium überzeugen.

Die Grünen im Ortsbeirat 11 (Riederwald, Seckbach, Fechenheim) wollten eine Resolution verabschieden, mit der ein sofortiger Stopp der Rodungsvorbereitungen im Fechenheimer Wald gefordert wird. Doch damit konnten sie sich während der Sitzung am Montagabend nicht durchsetzen.

Hintergrund des Antrags war ein von der Autobahn AG beauftragtes Gutachten zum bedrohten Heldbockkäfer. Denn der darin geäußerte Gedanke, „dass es ausreicht, bei der Rodung einige Bäume stehen zu lassen und damit den Heldbockkäfer zu schützen, ist offensichtlich absurd“, so die Grünen. „Insbesondere die Vorstellung, dass man sich nach der Vernichtung des Waldes mit Ideen zum Schutz des Heldbockkäfers beschäftigen will, ist weltfremd“, hieß es weiter.

Genau um diesen Käfer drehte sich dann ein Teil der Diskussion. So konnte es Detlef Stange (FDP) nicht verstehen, „dass für einen Schädling eine solche Baumaßnahme gestoppt werden soll“. Und als Schädling bezeichnete er den Käfer, als was er zumindest in der Vergangenheit auch beschrieben wurde.

Auch Stefan Klee, Fraktionsvorsitzender der Linken, tat sich mit der Begründung für die Resolution schwer. Seiner Meinung nach kann der Tunnel Abhilfe schaffen für das tägliche Verkehrschaos auf der Straße Am Erlenbruch. „Das soll jetzt weitergehen wegen eines dusseligen Käfers?“, so seine recht direkte Frage. Und das bei einem Projekt, das seinem Empfinden nach so oder so gebaut wird, „schließlich ist es planfestgestellt“.

Da widersprach Stefan Helming (SPD). Planfestgestellt sei der Tunnel. „Aber die Dinge haben sich in den vergangenen Jahren geändert.“ Daher müsse man die Situation neu bewerten. Der Tunnel werde sich als „Staubsauger für Autos“ erweisen, mit dem Bau werde man den nachfolgenden Generationen in 20 oder 30 Jahren nicht gerecht. Der Käfer sei da das kleinste Problem, als Begründung für einen Baustopp sei er sogar „lächerlich“. Für ihn ist trotzdem klar: „Der Tunnel ist eine Katastrophe.“

Daher stimmte er letztendlich auch als einziger Nichtgrüner für die Resolution, alle anderen Fraktionen inklusive der SPD lehnten ab. So auch die CDU, da sie auf den an diesem Abend noch nicht entschiedenen zweiten Eilantrag verwies, der sich um den Heldbockkäfer drehte. „Da wird das Gericht also eine Entscheidung treffen“, blickte Fraktionsmitglied Sebastian Schugar schon auf den Dienstag voraus, an dem der Eilantrag dann abgewiesen wurde.

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