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Eines der letzten Rennen in Niederrad.
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Eines der letzten Rennen in Niederrad.

Rennbahn

Rennbahn: Eine Frage des Geldes

  • Georg Leppert
    VonGeorg Leppert
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Der Kampf um die Rennbahn wird ein Kampf um Zahlen. Das wurde bei einer Diskussion der Montagsgesellschaft deutlich, bei der sich Rennklub-Präsident Manfred Louven und Sportdezernent Markus Frank (CDU) erstmals öffentlich gegenüberstanden.

Frank will vor dem Bürgerentscheid am 21. Juni deutlich machen, dass die Pferderennbahn keine Zukunft habe, da es kein wirtschaftlich tragfähiges Konzept für den Betrieb gebe. Louven dementiert das vehement: „Wir hängen nicht am Tropf der Stadt“, sagte er.

Über das geplante Leistungszentrum des DFB, dem die Rennbahn weichen soll, wurde am Montagabend so gut wie gar nicht geredet. Und zum Bürgerpark, der neben der Fußballakademie auf dem Rennbahngelände entstehen soll, äußerten sich die Protagonisten nur am Rande. „Niederrad hat diese grüne Lunge verdient“, sagte Frank, während Louven erklärte, im Stadtteil gebe es mit dem Carl-von-Weinberg-Park, den Wiesen am Mainufer sowie dem nahen Stadtwald schon genügend Grün.

Viel war hingegen von den Finanzen des Rennklubs die Rede. Frank erzählte, er habe in den vergangenen Jahren mit vier Präsidenten des Vereins verhandelt. Jeder von ihnen habe ihm versichert, dass der Klub ein solides Wirtschaftskonzept verfolge und auf keine größere Unterstützung der Stadt angewiesen sei. Wenig später hätten die Vorsitzenden dann doch finanzielle Hilfe verlangt. In einem Fall habe die Stadt sogar eine Bürgschaft über mehr als drei Millionen Euro gegeben, die später von der Frankfurter Sparkasse gezogen wurde, weil der Rennklub pleite war.

Obwohl er Louven als „fairen Gesprächspartner“ schätze, sei zu erwarten, dass sich dieses Szenario wiederholen würde, sollte die Rennbahn entgegen dem Stadtverordnetenbeschluss vom Herbst vergangenen Jahres erhalten bleiben, sagte Frank: „Wir glauben einfach nicht, dass jetzt plötzlich alles gut wird.“ Schuld an den finanziellen Problemen im Pferdesport sei nicht etwa der Frankfurter Rennklub, sondern die Entwicklung bei den Wetten. Der Markt habe sich weitgehend ins Internet verlagert, sagte Frank. Vor einigen Jahren seien bundesweit noch 150 Millionen Euro umgesetzt worden. Zuletzt habe die Zahl bei 40 Millionen gelegen.

Finanziell unabhängig

Louven entgegnete, der Rennklub beweise gerade, dass er finanziell unabhängig von der Stadt sei. Nachdem klar war, dass der Rennbetrieb mit Ablauf dieser Saison enden soll, habe die Kommune keine Zuschüsse mehr überwiesen. Dennoch werde der Rennbetrieb aufrechterhalten.

Auch in Zukunft werde sein Verein nicht auf das Geld der Stadt angewiesen sein. Der Rennklub habe auf die Verlagerung der Wetten ins Internet reagiert und Kooperationen mit den Anbietern German Tote und PMU aus Frankreich abgeschlossen.

Der Kommunalpolitik, die sich fast einstimmig für die Ansiedlung von Leistungszentrum und Bürgerpark ausgesprochen hatte, warf Louven „Vernichtung von Volkseigentum“ vor. Die Rennbahn habe einen Wert von 24 Millionen Euro. Erst kürzlich sei die Tribüne für eine Million erneuert worden. Zudem müsse die Stadt eine Abfindung an den Golfclub leisten, der sein Domizil auf der Rennbahn hat. Da die Kommune unter Zeitdruck sei – bereits in einem Jahr will der DFB mit dem Bau des Leistungszentrums beginnen –, befinde sie sich in keiner guten Verhandlungsposition.

Unklar blieben am Montag wie auch in der Vergangenheit zwei Fragen. Ist eine gemeinsame Nutzung des Geländes durch DFB und Rennklub möglich? Frank verneinte und verwies auf ein Gutachten des Architekten Albert Speer. Louven sieht durchaus eine Chance, wollte aber nicht ins Detail gehen.

Ebenso wenig ließ sich klären, ob es alternative Standorte für die DFB-Akademie gibt. Die Niederräder Stadtverordnete Elke Tafel-Stein (FDP) sagte, alles spreche dafür, das Leistungszentrum am Waldstadion anzusiedeln. Das habe der Verband aber wegen des Fluglärms an der Arena abgelehnt. „Unsinn“, entgegnete Frank. Der DFB benötige bis zu 20 Hektar Fläche, am Stadion stünden nur sieben Hektar zur Verfügung. Mit Fluglärm habe die Entscheidung gegen das Stadion nichts zu tun.

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