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Bürgermeister Olaf Cunitz (Grüne) und Rennbahn-Chef Manfred Louven reichen sich nach Bekanntgabe des vorläufigen Ergebnisses die Hände.
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Bürgermeister Olaf Cunitz (Grüne) und Rennbahn-Chef Manfred Louven reichen sich nach Bekanntgabe des vorläufigen Ergebnisses die Hände.

Bürgerentscheid in Frankfurt

Rennbahn-Bürgerentscheid scheitert

  • Claus-Jürgen Göpfert
    VonClaus-Jürgen Göpfert
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  • Georg Leppert
    Georg Leppert
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Der Bürgerentscheid zur Rettung der Rennbahn in Frankfurt-Niederrad ist am Quorum gescheitert. Bürgermeister Olaf Cunitz spricht von einer „krachenden Niederlage der Bürgerinitiative“. Der Rennklub will weiterkämpfen.

Das Bürgerbegehren zur Rettung des traditionsreichen Rennbahn-Geländes hat sein Ziel deutlich verfehlt. Die Befürworter des Turfs erreichten zwar 62.900 Ja-Stimmen (60,5 Prozent), das notwendige Quorum von 124.600 Voten blieb aber in weiter Ferne. Für die geplante Akademie des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) sprachen sich 40.196 Menschen aus. Die Wahlbeteiligung betrug gerade einmal 20,9 Prozent.

Die Stadt und der Rennklub Frankfurt zogen am Sonntagabend im Römer sehr gegensätzliche Schlüsse aus dem Resultat. „Das ist eine krachende Niederlage der Bürgerinitiative“, sagte Bürgermeister Olaf Cunitz (Grüne) der FR. Jetzt sei der Weg frei für die DFB-Akademie. Cunitz rief die Rennbahn-Befürworter auf, „das Ergebnis anzuerkennen“.

Der Bürgermeister und der Präsident des Rennklubs Frankfurt, Manfred Louven, schüttelten sich vor den Kameras die Hand. Louven aber kündigte zugleich an, dass der Rennklub weiter für den Turf kämpfen werde. Er rief zu einem „runden Tisch“ auf, an dem sich jetzt Stadt, DFB und Rennklub zusammensetzen müssten. Nach wie vor sei „eine Koexistenz von DFB und Rennbahn“ möglich.

Die Galopprennbahn könne außerhalb der Renntage als „Geläuf für Jogis Jungs“ dienen. Louven erklärte zugleich, dass es jetzt eine „juristische Auseinandersetzung“ um die Rennbahn geben werde. Der frühere Mitbesitzer der Anlage, der Steuerberater Manfred Hellwig, werde die Übertragung seines 49-prozentigen Anteils an die Stadt rückgängig machen.

Auf Anfrage der FR wollte Louven nicht sagen, wogegen genau der Rennklub jetzt juristisch vorgehen möchte.

Bürgermeister Cunitz erteilte den Äußerungen Louvens noch vor Ort eine Absage. „Es wird kein Nebeneinander von Rennbahn und DFB-Akademie geben“, erklärte der Politiker.

OB bedauert geringe Wahlbeteiligung

Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) meldete sich aus dem Urlaub zu Wort. „Die DFB-Akademie kann kommen. Das ist eine Zukunftsentscheidung für die Sportstadt Frankfurt“, ließ der OB mitteilen. Der Sozialdemokrat bedauerte, dass die Beteiligung am Bürgerentscheid so gering ausgefallen war.

Die Sprecherin der Bürgerinitiative, Rebecca Unrath, erklärte, die Initiative werde sich auch weiter einmischen. So werde sie etwa zur Gestaltung des geplanten Bürgerinnen- und Bürgerparks auf dem Rennbahn-Gelände in Niederrad „eigene Vorschläge“ unterbreiten.

Winfried Nass, der Projektleiter der DFB-Akademie, zeigte sich zufrieden über den Ausgang des Bürgerentscheids. „Wir gehen davon aus, dass wir jetzt das Go für unser Projekt haben.“ Am 1. Januar werde die Stadt die Fläche an den DFB übergeben. Vorher die heutigen Nutzungen zu beseitigen, also die Rennbahn und auch die Neun-Loch-Golfanlage, sei „eine Angelegenheit der Stadt“. Der Ausgang des Bürgerentscheids gebe der Kommune auch ein Mandat, sagte der DFB-Manager.

Die Auszählung der abgegebenen Stimmen vollzog sich wegen der geringen Wahlbeteiligung sehr rasch. Auf den Bildschirmen im ersten Stock des Rathauses konnten Bürger, Politiker und Journalisten jeden einzelnen Schritt verfolgen.

Am Sonntagmorgen war der Zuspruch in den 377 Wahllokalen noch eher gering, zog aber dann nach Auskunft des Wahlamtes nach der Mittagszeit deutlich an.

Es gab ein ganz neues Phänomen: Eine dreistellige Zahl von Bürgerinnen und Bürgern erschien mit ihren Briefwahlunterlagen im Wahllokal, wie Hans-Joachim Grochocki vom städtischen Wahlamt der FR sagte. Die Menschen hatten wegen des anhaltenden Poststreiks Zweifel daran gehabt, dass ihr Wahlbrief noch rechtzeitig die Auszählung erreichen würde.

Bis zum Wochenende hatten 29.840 Personen Briefwahlunterlagen beantragt.

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