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Ein halbes Dutzend Religionsgemeinschaften war vertreten in den Römerhallen.

Glaube

Religionen zu Gast im Frankfurter Römer

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Verschiedene Glaubensgemeinschaften stellen sich beim „Tag der Religionen“ vor – und reichen auch diverse Häppchen.

Religion geht durch den Magen. Zumindest am Sonntagnachmittag beim „Tag der Religionen“ in der Römerhalle. Dichtes Gedränge herrscht besonders zu Beginn der Veranstaltung vor den Ständen der rund einem halben Dutzend Religionsgemeinschaften, die vorgestellt werden. Auf Info-Tafeln sind Geschichtsabrisse über die Glaubensrichtungen nachzulesen. Auf den Tischen davor liegen getreu dem diesjährigen Veranstaltungsmotto „Zeichen und Symbole der Religionen“ spirituelle Gegenstände.

Interessiert sind die meisten aber an den Häppchen, die auf Bistrotischen ausgebreitet sind. Am Stand der jüdischen Gemeinde gibt es israelische Spezialitäten wie „Burekas“, herzhaft gefüllte Blätterteigtaschen und Sesam-Mus mit Äpfeln. Gegenüber, an einem Stand, der den Islam vorstellt, wird das türkische Nuss-Gebäck Sekerpare gereicht. Bei den Buddhisten gibt es Obstsalat und bei den Christen Stollen und Lebkuchen.

Zum dritten Mal ist der „Rat der Religionen“ mit seiner Veranstaltung zu Gast im Römer. Joachim Valentin, Vorsitzender des Rates, den es seit zehn Jahren gibt, bedankt sich dafür bei der Stadt. „Mit Speisen und Getränken wollen wir heute gastfreundlich sein“, sagt er. Während das Klappern von Geschirr die Halle erfüllt, sagt Integrationsdezernentin Sylvia Weber (SPD) in ihrer Ansprache, dass Frankfurt eine „multireligiöse Stadt“ sei, in der „rechtsradikalen, islamfeindlichen und antisemitischen Kräften kein Raum gegeben werden darf“. Dafür erntet sie großen Applaus.

Infos über Judentum und Hinduismus

Pooja Batra lässt sich am Stand des Judentums von Sarah Shabanzadeh unter anderem die Kopfbedeckung „Kippa“, den Kerzenleuchter „Chanukkia“ und die ledernen Gebetsriemen „Tefillin“ zeigen. Shabanzadeh sagt: „Man weiß viel zu wenig über andere Religionen“. Selbst ihr Glaube „beinhaltet sehr viel und ich lerne jeden Tag dazu“, ergänzt die Assistentin eines Rabbiners.

In ihrem Glauben Hinduismus gebe es mit einer Perlenkette namens „Mala“ ein vergleichbares Symbol wie im Juden- und im Christentum, das man zum Gebet nutze, berichtet Batra. Sie sei in ihre Religion hineingeboren worden. Die 39-jährige Höchsterin sagt: „Ich kann nicht zu hundert Prozent glauben“. Viele Gesetze ihrer Religion machten ihr Angst. Viel wichtiger sei für sie, ein „reines Herz zu haben“.

Am Stand nebenan steht die Nonne Gertrud Smitmans von der Gemeinde Sankt Marien. Sie sagt: „Religionen haben so viel gemeinsam“. Alle hätten dagegen verschiedene Zugänge zu Gott. Wichtig sei jedoch, dass sie sich nicht bekriegen würden.

Das sehen Barbara und Jens Voß aus Rödelheim ähnlich. Sie sagt, die Stände wirkten „alle sehr harmonisch“. Berichte aus den Medien zeigten jedoch ein anderes Bild, bei dem häufig „Wut auf andere Religionen“ herrsche. Auch wenn Vertreter der einzelnen Religionen hier gemeinsam auftreten, frage er sich, wie einzelne Einstellungen von Mitgliedern der Gemeinden aussehen würden, so Jens Voß. Den „Rat der Religionen“ finde er „ehrenwert“, sagt er und weiter: „Er muss aber ganz schöne dicke Bretter bohren“.

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