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Den Theaterneubau am Willy-Brandt-Platz (Bild) stellt sich die Initiative so ähnlich wie das historistische Schauspielhaus von 1902 vor.

Frankfurter Schauspielhaus

Rekonstruktion des Frankfurter Schauspielhauses würde 139 Millionen Euro kosten

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Der Wiederaufbau des alten Schauspielhauses von 1902 würde die Stadt laut Initiative nur 139 Millionen Euro kosten.

Der Wiederaufbau des Frankfurter Schauspielhauses im Stile des Historismus würde die Stadt deutlich weniger kosten als eine Sanierung oder Neubau auf Grundlage der Machbarkeitsstudie des Hamburger Büros PFP. Zu diesem Schluss kommt die Aktionsgemeinschaft Schauspielhaus.

Die Stadt müsste für eine Rekonstruktion des Schauspielhauses nach Plänen des Architekten Heinrich Seeling aus dem Jahr 1902 nur 139 Millionen Euro ausgeben, sagte ein Sprecher der Aktionsgemeinschaft. Entsprechende Zahlen wurden am Montagabend in der Industrie- und Handelskammer (IHK) Frankfurt vorgestellt. Die Aktionsgemeinschaft beruft sich auf eine Berechnung einer Frankfurter Planungsgesellschaft. Diese habe die Machbarkeitsstudie von PFP aus dem Jahr 2017 unter die Lupe genommen, welche von Kosten zwischen 848 und 888 Millionen für Sanierung oder Neubau von Oper und Schauspiel ausgegangen war.

Laut Aktionsgemeinschaft würde ein Neubau der Oper 370 Millionen Euro kosten. Die Sparten Oper und Schauspiel sollen der Initiative zufolge getrennt werden. Als Standorte für die Oper wurde der derzeitige Sitz der Frankfurter Sparkasse an der Neuen Mainzer Straße 47 genannt sowie das Raab-Karcher-Areal im Osthafen an der Mayfarthstraße 14 oder der Kulturcampus in Bockenheim.

Das rekonstruierte Schauspiel verbliebe demnach am Willy-Brandt-Platz. Vorgesehen seien neben dem Theater auch hochwertige Wohnungen, ein Hotel, ein Café und Büros. Die gesamten Kosten von 420 Millionen Euro könnten laut Sprecher auf einen städtischen Anteil von 139 Millionen verringert werden. 50 Millionen Euro würden durch einen Erbpachtvertrag mit Investoren erwirtschaftet. Hotel und Büros würden an der Mainzer Straße liegen. Der Bund müsste 20 Prozent der Kosten übernehmen, das Land 30 Prozent. Weitere 46 Millionen Euro will der Verein binnen zehn Jahren durch Spenden einwerben. Vorbild sei die Spendenaktion zur Erweiterung des Städel-Museums. So komme die Summe von 139 Millionen Euro zusammen, erklärte der Sprecher.

Ob sich die Theaterdoppelanlage am Willy-Brandt-Platz im Bestand sanieren lässt, oder ob ein oder mehrere Neubauten nötig sind, untersucht derzeit die Stabstelle Städtische Bühnen unter Leitung von Michael Guntersdorf.

Die „Bürgerstiftung „Neue Oper Frankfurt“ um Projektentwickler Martin Wenz schlägt einen Neubau der Oper vor. Sie geht von 240 Millionen Euro Kosten aus, plus 50 Millionen Euro, die als Spenden eingeworben werden sollen.

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