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Ohne roten Teppich, trotzdem komfortabel. Deutsche bahn

Ferien Zu Hause

Reisezeit zurNutzzeit machen

  • Steffen Herrmann
    vonSteffen Herrmann
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Die Abteile des Ideenzugs zeigen, wie Reisen in Zukunft aussehen könnte

Die Zukunft des Bahnverkehrs ist knapp drei Jahre alt und steht in einem Gewerbegebiet in Oberursel-Stierstadt. Zur Zeit ist diese Zukunft zu 36 Prozent belegt und hält als Nächstes in irgendeinem bayrischen Dorf – so ähnlich steht es zumindest auf einem Display an der Tür.

Ideenzug nennt die Deutsche Bahn das Modell eines Doppelstockwagens, der in einer luftigen Lagerhalle in Oberursel steht. Tatsächlich ist der Zug menschenleer, aber voller spannender Konzepte. Die grundlegende Idee: „Wir wollen die Reisezeit zur Nutzzeit machen“, sagt Julian Fordon, der als Marketing-Manager der DB Regio AG durch den Ideenzug führt, und lächelt.

Im Zug sieht das dann so aus: Durch die breiten Türen hinein, das eigene Fahrrad platzsparend in der Wand verhakt – und ab in das Sportabteil des Zuges. Wem die Fahrt zum Bahnhof noch nicht anstrengend genug war, kann sich hier – Sie ahnen es vielleicht – wieder aufs Fahrrad setzen. Während draußen die Landschaft vorbeizieht, jagt man auf dem Spinningrad der persönlichen Bestzeit hinterher.

verlosung

Heute verlosen wir für eine Person mit Begleitperson aus dem gleichen Haushalt eine Führung durch den „Ideenzug“, einen nachgebauten Doppelstockwagen mit 22 unterschiedlichen Abteilen zum Reisen in der Zukunft, in Oberursel Stierstadt. Mehr Infos unter www.inside.bahn.de Wenn Sie gewinnen wollen, einfach unter www.fr.de/gewinnspiel mit Angabe des Stichworts „Ideenzug“ bewerben. Einsendeschluss ist Dienstag, 11. August, um 23.59 Uhr. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Nur Gewinner werden benachrichtigt. Viel Glück!

Muskelkater? Dann ab in den „Powernapping-Bereich“. In kleinen Kabinen wird hier genappt, früher hieß das mal: ein Nickerchen gemacht. Die Kabinen sind japanischen Kapselhotels nachempfunden – bieten also ein Bett auf kleinstem Raum.

Nicht alle Ideen sind so extravagant: Es gehe darum, Dinge auszuprobieren, sagt der 36 Jahre alte Julian Fordon. Viele Ideen beschäftigen sich deshalb mit den grundsätzlichen Fragen des Bahnfahrens: Welche Sitze sind gut für den Rücken und sparen Platz? Wann ist ein Abteil familiengerecht? Wie kommen Kinder ebenso auf ihre Kosten wie Geschäftsreisende?

Ein Leitsystem aus Licht, dass die Fahrgäste rasch aus dem Bereich der Türen bringt, Sitzbänke wie in einem amerikanischen Diner, Mülleimer mit Sensoren – Fordons Augen leuchten, während er durch die Abteile des Ideenzugs führt. Man könnte sagen: Der Zug ist sein Baby. Fordon war Teil des fünfköpfigen Teams, das sich vor etwas mehr als drei Jahren auf die Suche nach dem Zug der Zukunft machte. „Ursprünglich hatten wir 150 Ideen“, sagt Fordon. Nicht alle Ideen konnten die Entwickler umsetzen: Manches sei einfach zu verrückt gewesen, sagt Fordon. Er hätte gerne echte Pflanzen im Zug gehabt, „für das Raumklima, aber das ging nicht“. Stichwort: Sachbeschädigung.

Aus den 150 Ideen sind mehr als 20 Module geworden. So wie der Wagen in Oberursel steht, wird er es aber nicht auf die Schienen schaffen. Das weiß auch Julian Fordon. Aber vielleicht ja dieses oder jenes Modul: „Der Zug ist ein Ideenbuffet“, sagt Fordon über den Wagen, „er soll Aufgabenträger wie zum Beispiel den RMV inspirieren, solche Ideen bei der Bestellung zukünftiger Verkehre mitzudenken.“ Am Buffet hat man sich durchaus schon bedient, zum Beispiel in Bayern: Dort sollen im kommenden Jahr neun Module des Ideenzugs zwischen München und Mühldorf getestet werden.

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