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Gesprächsrunde bei der Auftaktveranstaltung des Goethe-Orientierungsstudiums.

Neuerung

Goethe-Universität Frankfurt: Welches Studienfach passt zu mir?

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Ein neuer Studiengang an der Goethe-Universität soll die Fächerwahl erleichtern. Dadurch soll die Zahl der Studienabbrecher erheblich gesenkt werden.

Die Wahl des passenden Studienfachs fällt den wenigsten leicht. Viele treffen erst mal die falsche Entscheidung. Nicht umsonst liegt die Zahl der Studienabbrecher an der Goethe-Uni bei knapp 20 Prozent. In den Naturwissenschaften deutschlandweit sogar bei mehr als 40 Prozent.

Um diese Quote zu senken, hat die hessische Landesregierung gemeinsam mit der Goethe-Universität Frankfurt ein Pilotprojekt ins Leben gerufen, das in diesem Semester beginnt: das „Goethe-Orientierungsstudium“.

Dieses bietet den Studienanfängern die Möglichkeit, sich während einer Orientierungsphase einen Einblick in die Grundlagen eines Fachbereichs zu verschaffen. Nach der Orientierungsphase sollen sich die Studierenden für ein Fach entscheiden. Der erste Orientierungsstudiengang, der an der Uni begonnen hat, heißt „Natur- und Lebenswissenschaften“. Bestandteil sind Fächer wie Biologie, Biochemie, Mathematik, Chemie, Physische Geographie, Geowissenschaften und Meteorologie. Vom Sommersemester an soll es auch ein Angebot für die Geistes- und Sozialwissenschaften geben.

360-Grad-Rundumblick

Einer der ersten Teilnehmer des Orientierungsstudium ist David Hagemeyer. Der 19-Jährige sagt, Naturwissenschaften hätten ihn schon immer interessiert. Nach dem Abitur sei er allerdings unschlüssig gewesen, welches Fach er denn nun wählen solle. „Es gibt einfach so viele Dinge, die ich noch nicht gesehen habe“, sagt er, „deshalb will ich jetzt die Chance nutzen, überall reinzuschauen.“ Hagemeyer absolviert nun seine zwei Semester dauernde Orientierungsphase, bevor er eine Entscheidung trifft.

Uni-Präsidentin Birgitta Wolff bezeichnete das Pilotprojekt bei der Auftaktveranstaltung als „einen Reiseführer durch die Wissenschaftslandschaft“. Das Angebot solle seinen Nutzern einen 360-Grad-Rundumblick in Wissenschaft, Uni und Studium bieten.

Auch einen sozialen Aspekt beinhaltet das Orientierungsstudium. „Es kommen nicht alle mit den gleichen Voraussetzungen an die Hochschule“, sagte die hessische Wissenschaftsministerin Angela Dorn (Grüne). Sie erläuterte, insbesondere jene Studienanfänger, deren Eltern nicht studiert hätten und deshalb bei den ersten Schritten an der Uni nicht helfen könnten, bräuchten Unterstützung. Dorn betrachtet das Pilotprojekt als einen Beitrag zur sozialen Durchlässigkeit der Hochschulen.

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