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Wirtschaftlich profitiert Frankfurt stark vom Flughafen. Unter anderem weil die Stadt Anteile an Fraport hält. Foto: Michael Schick

Finanzen in Frankfurt

Reich dank Messe, Fraport und Co.

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Oberbürgermeister Feldmann hat die große Bedeutung der Beteiligungsgesellschaften für Stadt herausgestellt. Frankfurt profitiere heute sehr davon, dass die Stadt diese - anders als viele Städte - nicht in den 90ern verkaufte.

Die Stadt Frankfurt profitiert finanziell sehr stark davon, dass sie, anders als viele Kommunen, in den 90er Jahren nicht in großem Stil ihre Gesellschaften privatisiert und ihre Anteile an Unternehmen verkauft hat. Das hat Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) am Mittwoch bei einer Pressekonferenz mit den Chefs wichtiger Gesellschaften und Unternehmen, an denen die Stadt Anteile hält, klar gemacht.

Wirtschaftliberale behaupteten gerne, die öffentliche Hand könne nicht mit Geld umgehen, sagte Feldmann. Die Stadt erwirtschafte mit der Messe, an der sie zu 60 Prozent beteiligt ist, dem Energieversorger Mainova, der ihr zu 75 Prozent gehört, der städtischen Wohnungsgesellschaft ABG und dem Flughafenbetreiber Fraport, der ihr zu 20 Prozent gehört, aber jeweils hohe Gewinne. Das sei die Basis des Frankfurter Wohlstands und des sozialen Klimas in der Stadt, erläuterte Feldmann. Wie die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF), die ihr Angebot stetig ausbaue und deshalb immer mehr Passagiere zähle, und die Tourismus- und Congress-Gesellschaft (TCF), die dazu beigetragen habe, dass die Frankfurter Hoteliers im Jahr 2018 erstmals mehr als zehn Millionen Übernachtungen verkauften, stünden all diese Gesellschaften für nachhaltiges Wachstum, regionale Verwurzelung und internationale Wettbewerbsfähigkeit.

„Eigentlich gehören wir alle zusammen“, sagte Messe-Geschäftsführer Wolfgang Marzin – und wies darauf hin, in welchem Umfang die Gesellschaften direkt oder indirekt von einander profitieren. Die Stärke der städtischen und stadtnahen Unternehmen sei für Frankfurt ein unglaublicher Wettbewerbsvorteil. Die Messe selbst beschere nach einer Untersuchung der Region Umsätze von 3,6 Milliarden Euro und sichere mehr als 33 000 Arbeitsplätze. Marzin kündigte auf Nachfrage an, um den Verbleib der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt zu kämpfen. Feldmann sagte, die Stadt werde das Budget für die Präsentation zur Zukunft der Messe noch kräftig aufstocken.

Fraport-Chef Stefan Schulte sagte, der Flughafenbetreiber erwirtschafte jährlich einen hohen zweistelligen Millionenbetrag für den städtischen Haushalt. Die Beteiligung der Stadt Frankfurt sei etwa 1,4 Milliarden Euro wert. Er wies zudem auf die riesigen Investitionen in den Standort hin, etwa den Bau des Terminals 3.

ABG-Chef Junker sagte, die Stadt sei gut beraten gewesen, ihre Wohnungsgesellschaft nicht zu verkaufen. Die sei mit ihrem riesigen Bestand an Wohnungen und Parkhäusern schließlich viele Milliarden Euro wert und investiere in großem Umfang in neuen bezahlbaren Wohnraum.

Auch Mainova-Chef Constantin Alsheimer rechnete vor, in welchem Umfang die Stadt von ihrem Energieversorger profitiere. Allein 2018 habe das Unternehmen Frankfurt – Konzessionsabgaben, Steuerumlage und Ergebnisabführung zusammengerechnet – 106 Millionen Euro beschert. VGF-Arbeitsdirektor Thomas Wissgott wies darauf hin, dass die Verkehrsgesellschaft 2018 allein per U-Bahn und Straßenbahn 200 Millionen Passagiere befördert habe und das Angebot weiter ausbaue.

TCF-Geschäftsführer Thomas Feda schließlich prognostizierte für das laufende Jahr einen neuen Tourismusrekord. Er ging davon aus, dass 10,7 bis 10,8 Millionen Übernachtungen verkauft werden. Ein Drittel von diesen würden inzwischen von Privatreisenden generiert.

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