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Die Regionaltangente West (RTW) soll mit sogenannten Zweisystemzügen fahren. Foto: Monika Müller
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Die Regionaltangente West (RTW) soll mit sogenannten Zweisystemzügen fahren.

Mobilität

Regionaltangente West: Eine Art Hauptbahnhof in Höchst

  • Florian Leclerc
    VonFlorian Leclerc
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Was kommt auf die Anwohnerinnen und Anwohner zu? Die Planungsgesellschaft beantwortet Fragen zur Regionaltangente West.

Die Regionaltangente West (RTW), eine 50 Kilometer lange Bahnstrecke im Westen von Frankfurt, kommt in eine entscheidende Phase. Bis zum Ende des Jahres sollten die Planfeststellungsunterlagen für den mittleren Abschnitt von Bad Soden über Höchst und Sossenheim bis Kelsterbach offengelegt werden, sagte Horst Amann, der Geschäftsführer der Planungsgesellschaft, bei einer Informationsveranstaltung im vollen Saalbau Bikuz in Höchst.

Etwa 70 Menschen waren gekommen, um Fragen zu stellen, und Amann und Team bemühten sich, sie zu beantworten. Denn von Fragen und Einwendungen der Bürgerinnen und Bürger hängt es ab, ob die Planfeststellung zwei Jahre dauert und das Projekt bis Ende 2027 abgeschlossen sein kann – oder sich noch Jahre hinzieht.

Bürger:innen fürchten Baulärm

Welches Verkehrskonzept sei für die Leunastraße geplant, wo die RTW wie eine Stadtbahn in der Mitte der Straße fahren soll? Würden die Autos dort Tempo 30 fahren, werde mehr Platz für Fuß- und Radverkehr geschaffen, wollte eine Bürgerin wissen. Amann versicherte, die RTW werde nicht schneller als 40 bis 50 Stundenkilometer fahren, im Verkehr mitfließen und an Ampeln halten müssen. Für den übrigen Verkehr sei die Stadt Frankfurt zuständig.

An Verkehrsdezernent Stefan Majer (Grüne), der die Begrüßungsworte gesprochen hatte, wurden weitere Fragen adressiert. Warum bekomme die RTW-Brücke über die A66 keine seitlichen Spuren für den Radverkehr, wollte ein Bürger wissen. „Die Radwege werden uns nicht genehmigt“, sagte Amann. Majer versprach, der Sache auf den Grund zu gehen.

Ein Bürger sagte, er erwäge, wegen des Schienenbaus nahe der Station Industriepark-Ost seinen Lebensmittelpunkt zu verlagern. „Es wird zu Einschränkungen während der Bauzeit kommen“, sagte Amann. Falls die Wohnungen zu stark von Baulärm betroffen seien, hätten die Menschen Anspruch auf passiven Schallschutz. Majer erinnerte an dieselben Debatten vor dem Bau der Straßenbahnlinie 17 zur Stadtgrenze von Neu-Isenburg, die Ende 2014 den Betrieb aufgenommen hat. „Seitdem die Straßenbahn fährt, gab es keine einzige Beschwerde mehr“, sagte Majer, der damals schon Verkehrsdezernent war.

Ein anderer Bürger stellte die „gesamtenergetische Bilanz“ der RTW infrage. Für das Projekt würden doch Unmengen CO2 ausgestoßen. Ziel der RTW sei es, den Verkehr vom Auto auf die Schiene zu verlagern und dadurch den Ausstoß von CO2 zu verringern, entgegnete Amann. Täglich würden mehr als 60 000 Menschen befördert. Die RTW sei eine „Arbeitsplatzlinie“, ergänzte Majer, sie binde den Industriepark und den Flughafen mit Zehntausenden Arbeitsplätzen an. Die Gesamtkosten werden derzeit auf 1,1 Milliarden Euro geschätzt. Der Kauf von 23 Fahrzeugen kostet weitere 150 Millionen Euro

Im Saalbau konnten die Bürgerinnen und Bürger die Pläne für den Bau von Schienen und Haltestellen sehen und mit den Fachleuten der Planungsgesellschaft diskutieren. Gezeigt wurden Vorher-und-nachher-Illustrationen zum Bau der Stationen.

Straßenbahn wird nach Höchst verlängert

Im Abschnitt Mitte sind sechs Haltestellen geplant, neun Brücken, 2,5 Kilometer Schallschutzwände, ein Kilometer Schienenstegdämpfer auf insgesamt 13,7 Kilometern Strecke. Die gesamte RTW ist in vier Abschnitte unterteilt. Am weitesten sei der Abschnitt Süd 1 – zwischen Kelsterbach und Dreieich-Buchschlag. Amann hofft auf einen Baubeginn im kommenden Jahr. Die RTW besteht aus zwei Linien, die jeweils im 30-Minuten-Takt fahren werden, zwischen Bad Homburg und Birkengewann sowie Nordwestzentrum/Bad Soden nach Dreieich-Buchschlag.

Am Bahnhof Höchst soll neben der RTW auch die Straßenbahnlinie 11 halten, die vom bisherigen Endhaltepunkt Zuckschwerdtstraße verlängert wird. Der Bahnhof Höchst solle zu einem zweiten Hauptbahnhof werden, der Verbindungen in alle Richtungen ermögliche, sagte Majer, der die RTW als sein „Lieblingsprojekt“ bezeichnete. Die Verlängerung der Linie 11 gilt wiederum als Lieblingsprojekt des früheren Verkehrsdezernenten Klaus Oesterling (SPD). Er saß in der letzten Reihe und hörte sich die Präsentation stillschweigend an.

Kommentar: Stellt Eure Fragen zur RTW jetzt

Die Streckenplanung.

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