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Auch mit dabei - The Morning Pints.

Batschkapp Frankfurt

Regionale Bands in der Batschkapp

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In der Batschkapp in Frankfurt treffen sich am Freitag regionale Bands zum Heimspiel-Gipfel. Sechs Bands wurden ausgewählt, die mit den meisten Fans haben gewonnen. Zu hören gibt's von Indie-Rock bis Rap Vieles.

Man wird ja mal fragen dürfen. „Ein Shouter?“, murmelt Caser Nova vor sich hin, der Frankfurter Rapper. Und dann, an die Kollegen zur Linken gerichtet: „Was ist das, ein Shouter?“ – „Das ist einer, der einfach nur schreit“, sagt Timo von der Metalcore-Pop-Band Texas Local News. Caser: „Aber schon mit Worten?“ Timo: „Schau’s dir an.“

In der Tat, die Gelegenheit ist günstig: Wer mal den Shouter von den Texas Local News sehen und hören will, aber nicht nur ihn, sondern jede Menge weiterer Top-Kräfte der Rhein-Main-Musikszene, der ist am 2. Oktober in der Batschkapp bestens aufgehoben. Da feiern die Fans bei „Best of Mainova-Heimspiel“ die Crème de la Crème der abgelaufenen Newcomer-Saison.

Rund 40 Bands und Einzelkönner spielen jedes Jahr in der Reihe „Heimspiel“ im Club Nachtleben an der Konstablerwache, der ebenfalls vom Batschkapp-Team gemanagt wird. Und einmal im Jahr spielen bisher fünf, neuerdings sechs dieser sogenannten Newcomer beim „Best of“ in der Batschkapp. „Wichtig ist uns, dass das wettbewerbsfrei abläuft“, sagt Batschkapp-Planer Matze Brunner. „Wir wollen nicht, dass die Bands gegeneinander antreten – das ist nicht unsere Auffassung von Musik.“

Kriterium fürs Dabeisein beim großen Finale ist denn auch nicht nur die musikalische Qualität. Es geht, mehr oder weniger offen ausgesprochen, darum, dass die Bands genug Publikum mit in die Halle bringen. Die ist schließlich seit dem Umzug vor zwei Jahren ziemlich groß. 1500 Leute passen in die Batschkapp an der Gwinnerstraße. Macht 250 pro Act. Eine ganze Menge.

"Keine Frühschoppen-Musik"

„Mit lokalen Bands ist es nicht ganz einfach, die Hütte vollzubekommen“, sagt Matze Brunner. Ein altes Phänomen, der Prophet aus dem eigenen Land zieht nicht so sehr wie die Stars aus Übersee. Deshalb, sagt Batschkapp-Chef Ralf Scheffler, sei es auch so bemerkenswert, dass die Heimspiel-Reihe nach mehr als zehn Jahren immer noch läuft. Deutschlandweit dürfte das ziemlich einzigartig sein, vermutet er: „Andere Versuche sind meist nach spätestens einem Jahr eingegangen.“ Der Frankfurter Erfolg sei ganz klar ein Verdienst des Stromversorgers als Sponsor, der voller Energie dabeigeblieben sei. Aus all dem ergibt sich nun eine „seltsame, aber interessante Mischung“ (Brunner) für den 2. Oktober, bei starker Konkurrenz durch die zentrale deutsche Einheitsfeier in Frankfurt.

Und wer ist zu hören? Die bisher bunteste Mischung bei einem Heimspiel-Finale: Zwei Rapper sind diesmal dabei, außer Caser Nova noch Meezy, nach eigenen Angaben „der älteste Newcomer“ und mit ziemlich schneller Zunge ausgestattet. Dann gibt es zwei Bands mit ähnlichen Namen, jeweils mit Frauen am Mikrofon – und jeweils mit Shoutern, die „einfach nur schreien“: Texas Local News und The Tex Avery Syndrome. Hinzu kommen Leyla Trebbien & Band aus der Bernemer Blues-Szene und als tapfere einzige Vertreter der einst so starken Indie-Rockbewegung, The Morning Pints.

Dieser englische Begriff bedeutet übrigens so viel wie Frühschoppen. „Wir machen aber keine Frühschoppen-Musik“, sagt Gitarrist Rolf. Und Shouter haben sie auch keinen. Man munkelt, es gehe zur Not auch ohne.

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