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Die Schülerinnen in Aktion.

Paul-Hindemith-Schule im Gallus 

Projektwoche an Paul-Hindemith-Schule im Gallus

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Schülerinnen und Schüler der Paul-Hindemith-Schule im Gallus präsentieren die Ergebnisse ihrer Solidaritäts-Projektwoche.

Anderen zu helfen ist für Andreea Ragalie und Irina Silva da Cunha selbstverständlich. So mussten die beiden 15-Jährigen auch nicht lange überlegen, was ihnen zum Thema „Solidarität“ einfällt, als sie mit ihrer Klasse 9b zu einer Projektwoche im Galluszentrum zusammen gekommen sind. Am Donnerstag haben die Paul-Hindemith-Schülerinnen und Schüler ihre Ergebnisse auf einem hölzernen Kubus am Liebfrauenberg präsentiert.

Fotos und Botschaften haben sie dort an den Wänden angebracht. Auf der Wand ihrer Gruppe sind Ragalie und Silva da Cunha sowie weitere Mitschüler auf Fotos zu sehen, wie sie Obdachlosen auf der Zeil selbst belegte Brötchen, Obst und Wasser bringen. Darunter steht geschrieben: „Mensch ist Mensch“. Die Jugendlichen haben sich mit den wohnungslosen Menschen auch unterhalten und erfahren, wie sie sich fühlten und wie hart das Leben auf der Straße sei. „Es ist nicht so schwer Menschen zu helfen“, sagt Ragalie und Silva da Cunha fügt hinzu: „Am Ende sind wir alle gleich, ob reich oder arm“. Ihre Eltern hätten sie gelehrt, sich um andere zu kümmern, berichten die Mädchen und sie hätten auch schon vor dem Projekt etwa Obdachlosen Geld gespendet.

Sabine Hoffmann vom Galluszentrum, die das Projekt mit Unterstützung des Jugendmigrationsdienstes des Internationalen Bundes realisiert hat, sagt, sie sei überrascht gewesen, dass die Schüler mit dem „alten Begriff der Solidarität“ sofort etwas anfangen konnten. „Es ist wichtig für sie, raus zu gehen und zu sagen, was sie denken“, sagt Hoffmann. Projektbetreuer Mathias Weinfurter berichtet, dass die Schüler sich nach kurzem, gemeinsamen Überlegen die „Geste für die Obdachlosen“ überlegt hätten. „Es hat sie zwar Überwindung gekostet“, so Weinfurter, auf die fremden Menschen zuzugehen, „aber sie haben sich von ihrer Idee angespornt gefühlt“.

Mehr Solidarität mit Natur gefordert

Senada Kuka fordert mehr Solidarität mit der Natur. Deshalb hat die 17-Jährige mit ihrer Gruppe auf einer Wand des Kubus die Collage eines Baums geklebt, der auf der einen Seite farbenfroh blüht, während die andere, schwarz-weiße Seite im Müll versinkt. „Wenn es so weiter geht, werden unsere Kinder nicht mehr so leben können wie wir“, sagt Kuka. Jeder könne „mit kleinen Sachen“, beispielsweise der Vermeidung von Plastiverpackungen, gegen die Zerstörung der Natur vorgehen.

Ihr Mischüler Berkan Trifonov steht vor dem Kubus und spricht Passanten an: „Haben Sie kurz Zeit für das Thema Solidarität?“, fragt er vorbeilaufende Fußgänger. So hat er auch Angelika Schreiber zum Anhalten bewegt und ihr die Bilder und Botschaften auf dem Kubus erläutert, auf dem nur drei Flächen beklebt sind. Die vierte ist für Passanten frei gehalten. „Sage niemals Nein, da kann man nichts machen. Immer ist etwas zu tun und wenn es noch so klein erscheint“, hat Schreiber darauf notiert.

Die 71-Jährige aus der Kuhwaldsiedlung, sei in ihrem Viertel ehrenamtliche Patin der FES, berichtet sie. Dort sammle sie Unrat, der auf der Straße liegt und informiere über wilde Sperrmüllhaufen. „Ich finde gut, dass sich Jugendliche mit dem Thema Solidarität beschäftigen“, sagt Schreiber. Es sei wichtig, auf Leute zuzugehen. „Und wenn dir einer e’ falsch’ Mundwerk anhängt, bleib freundlich und probiere es weiter“, ist ihr Rat.

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