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Am 18. März wird auch in Frankfurt der Equal Pay Day begangen.

Frauenrechte

Bündnis lädt am Equal Pay Day in Frankfurt zu einer „Straßenaktion“ ein

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Frauendezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) fordert die Aufwertung von Frauenberufen. Ein Aktionsbündnis lädt für Montag, 18. März, auf den Römerberg ein.

Es ist ein ansehnliches Aktionsbündnis, das zum Equal Pay Day zusammengefunden hat. Das vom Frauenreferat und dem Business and Professional Women Club gegründete Bündnis umfasst mittlerweile 15 Organisationen. Vertreten sind nicht nur altgediente Frauenverbände wie das Frauen-Softwarehaus oder der Verein zur beruflichen Förderung von Frauen, sondern auch die Bundesagentur für Arbeit, das Klinikum Höchst, der Deutsche Juristinnen-Bund oder das evangelische Frauenbegegnungszentrum.

Zusammen mit Frauendezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) lädt das Bündnis am Equal Pay Day am Montag, 18. März, von 16 bis 18 Uhr zu einer „Straßenaktion“ auf den Römerberg ein. Mehrere Vertreterinnen des Bündnisses werden auf einem roten Sofa Platz nehmen, um ihre Vorschläge für mehr Lohngerechtigkeit vorzutragen. Denn: 77 Tage müssen Frauen länger arbeiten, um das Einkommen zu erreichen, das Männer bereits zum Jahresende in der Tasche haben. Eine große rote Tasche wird neben dem roten Sofa stehen, um auf dieses Defizit hinzuweisen.

„In Frankfurt haben wir Gehaltsunterschiede von bis zu 26 Prozent zu Lasten der Frauen bei gleicher Beschäftigung in Vollzeit“, erklärte Heilig im Vorfeld des Equal Pay Day. Im statitstischen Vergleich verdienten Frauen 900 Euro brutto weniger. Seit 2008 wird in Deutschland mit dem Aktionstag auf die ungleiche Bezahlung hingewiesen – ohne, dass sich seitdem viel geändert hätte.

Den Vorwurf, die Frauen seien daran zu einem guten Teil selbst schuld, weil sie sich für schlecht bezahlte Berufe im sozialen Bereich entscheiden, wies Heilig zurück. Statt die Berufswahl von Frauen zu kritisieren, müssten Berufe wie Erzieherin oder Altenpflegerin aufgewertet werden. In diesen Berufen werde eine „gesellschaftlich unentbehrliche hochwertige Arbeit“ geleistet.

Die Leiterin des Frankfurter Frauenreferats, Gabriele Wenner, wies darauf hin, dass trotz der hervorragenden Qualifikation vieler Frauen die Führungspositionen von Männern vereinnahmt würden. „Wir brauchen flexiblere und den Lebenssituationen angepasste Arbeitsformen und -zeiten statt der in Deutschland üblichen Präsenzkultur.“

Ursula König-Schneyer vom Sozialverband VdK bezeichnete das neue „Gesetz zur Förderung der Transparenz von Entgeltstrukturen“ als wenig hilfreich. Das Gesetz verpflichte Betriebe zur Offenlegung ihres Gehaltssystems, enthalte aber keinen Rechtsanspruch auf eine Angleichung der Vergütung, hieß es in einer Pressemitteilung.

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