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Das Historische Museum Frankfurt am Römerberg.

Ausstellungen

Historisches Museum in Frankfurt beschäftigt sich mit dem Vergessen 

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Das Historische Museum am Römerberg widmet sich dabei auch dem Schweigen nach dem Holocaust.

Wo waren wir stehengeblieben? Ach – richtig: vergessen. Das Historische Museum in Frankfurt beschäftigt sich von März an damit. „Vergessen ist ein hochaktuelles Thema“, sagt Museumsdirektor Jan Gerchow und nennt zwei Stichworte, die die ganze Bandbreite andeuten: „Auf der einen Seite die Demenz, das unerwünschte Vergessen – auf der anderen Seite die Digitalisierung und das Streben nach einem Recht auf Vergessenwerden.“ 

Mit rund 400 Objekten und 60 Leihgebern nimmt das Museum sein Projekt „Vergessen – warum wir nicht alles erinnern“ in Angriff. Acht Themeninseln widmen sich Eselsbrücken, Totenmasken und Einkaufszetteln, beleuchten Erkenntnisse der Sozial-und Neurowissenschaft, Kunst, Kultur, Psychoanalyse. Alles unter dem Gesichtspunkt: Was vergessen wir, warum vergessen wir – und warum vergessen wir nicht? 

Schon im 19. Jahrhundert entwickelten Forscher Modelle, um herauszufinden, wie das Vergessen funktioniert. „Frankfurt hat diverse markante Einrichtungen zu dem Thema, etwa in der Hirnforschung“, sagt Gerchow. Sie sind Beteiligte und Förderer der Ausstellung, darunter die Dr.-Marschner-Stiftung und das Sigmund-Freud-Institut, aber auch das Department of Brain and Cognitive Science aus Cambridge.

 Die Schau widmet sich auch einer besonderen Form des Zu-viel-Vergessens: dem Schweigen nach dem Holocaust, das scheinbar eine Generation befiel. Exponate zeigen „Strategien der Abwehr der eigenen Schuld, aber auch den Widerstand gegen das Schweigen“. Die Ausstellung knüpft an das „Erinnern“ an, das zuvor Thema war. Im Mai folgt ein weiteres sehr aktuelles Thema. Das Stadtlabor fragt: „Wie wohnen die Leute“ und ist diesmal in den Ernst-May-Siedlungen unterwegs. Im Zuge des Jubiläums 100 Jahre Bauhaus wollen die Teilnehmer auf die Suche nach „Wohnrealitäten“ gehen.

Frankfurt: Ausstellungen im Historischen Museum

Das Historische Museum Frankfurt, Saalhof 1, plant für die nächste Zeit: „Vergessen - warum wir nicht alles erinnern“ (7. März bis 14. Juli). „Wie wohnen die Leute?“ Mit dem Stadtlabor durch die Ernst-May-Siedlungen (16. Mai bis 15. September). „Das Meisterstück“, Malerausbildung einst und heute (ab 5. September). ill

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