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Hat viel zu tun: Zonta-Präsidentin Heike Strelow-Meister.

Zonta

„Rechte von Frauen stärken“

Zonta-Präsidentin Heike Strelow-Meister spricht im Interview mit der Frankfurter Rundschau über ihren Club, der jetzt 20 Jahre alt wird. Zonta wurde bereits 1919 in Amerika gegründet, um die Rechte der Frauen zu fördern.

Frau Strelow, der zweite Zonta Club in Frankfurt wird zwanzig Jahre alt. Was waren die Gründe dafür, einen zweiten Club ins Leben zu rufen?
Der erste Zonta Club hatte so viel Zulauf, dass einfach ein Bedarf für einen weiteren Club bestand. Wir haben uns über Frankfurt hinaus für die Rhein-Main-Region geöffnet. Inzwischen gibt es auch in der Region noch weitere Clubs.

Besteht zwischen den Clubs eine Konkurrenz?
Nein. Wir arbeiten ja auch zusammen. Wir wollen Synergien schaffen und Kräfte bündeln.

Was ist das Besondere an Ihrem Zonta Club Frankfurt II Rhein Main – so lautet ja wohl die präzise Bezeichnung?
Ich selbst bin unter anderem auch deshalb diesem Club beigetreten, weil es dort viele Mitglieder aus dem Kulturbereich gibt. Wir haben aber auch Ärztinnen, Bankerinnen, Juristinnen – wir sind dadurch ein sehr vielfältiger Club.

Zonta wurde bereits 1919 in Amerika gegründet, um die Rechte der Frauen zu fördern. Es sollte aber auch ein Gegengewicht zu den Lions und Rotary Clubs sein, die den Frauen nicht offenstanden. Wie elitär geht es bei Zonta zu?
Ich empfinde uns nicht als elitär. Uns ist es wichtig, eine gepflegte Clubkultur zu haben und uns gut zu verstehen. Es ist ein freundschaftliches Miteinander. Durch unsere Aktivitäten wollen wir den Gedanken von Zonta leben, den Status von Frauen zu stärken.

Wie oft treffen Sie sich?
Wir treffen uns im Main-Nizza, einmal im Monat. Dazu laden wir erfolgreiche Frauen zu Vorträgen und Diskussionen ein.

Was hat der Zonta Club in den 20 Jahren seines Bestehens erreicht?
Wir haben über 200 000 Euro für gemeinnützige Organisationen gesammelt. In der Region unterstützen wir etwa das FeM Mädchenhaus Frankfurt und das Mädchenbüro in Bockenheim, das nun mit seinem Café Milena jungen Migrantinnen hilft, sich in Frankfurt einzuleben. Aber auch ein Projekt der Crespo Foundation, das Migrantinnen eine Ausbildung vermittelt, sowie die Frauenambulanz am HIV-Zentrum der Universitätsklinik. Und wir haben mit ZAC einen Preis für junge Künstlerinnen aus der Region ins Leben gerufen.

Sie sind seit eineinhalb Jahren Präsidentin des Clubs. Wie zeitaufwendig ist das?
Ich habe jeden Tag etwas mit Zonta zu tun, da ich für alle unsere Veranstaltungen sowie für unsere Vernetzung mit den anderen Clubs, der Area, dem Distrikt und Zonta International auch verantwortlich bin.

Vernetzen Sie sich nur mit den Zonta Clubs oder auch mit anderen Organisationen, die eine ähnliche Zielsetzung wie Sie verfolgen?
Bei einzelnen Projekten arbeiten wir auch mit anderen Vereinen zusammen.

Der Gedanke der Internationalität gehörte bei Zonta von Anfang an mit dazu. Derzeit kommen viele Flüchtlinge nach Frankfurt. Ist das für Sie eine Herausforderung?
Ja, das ist natürlich eine neue Herausforderung. Und ich betone das Wort „neu“. Wir müssen uns erst sortieren. Wir wollen nicht vorschnell etwas Eigenes auf die Beine stellen, sondern überlegen, was sinnvoll sein könnte. Wie wir diesen Mädchen und Frauen in Bereichen wie der Traumaverarbeitung, der Sprachschulung oder der Jobfindung helfen könnten.

Was ist das übergeordnete Ziel von Zonta?
Immer noch dasselbe wie früher: Wir wollen die Rechte und Positionen von Frauen weltweit stärken und ihre Lebensbedingungen in allen Bereichen verbessern – politisch, rechtlich, beruflich, wirtschaftlich, gesundheitlich.

Interview: Friederike Tinnappel

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