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Zahlreiche Dieselgeneratoren sollen im Notfall Strom erzeugen.

Rechenzentren in Frankfurt

Rechenzentren kontra Wohnraum?

Wie Frankfurt vom Boom der Rechenzentren profitiert. Kommt es dabei zur Konkurrenz mit Wohnraum?

Die Fabrikhallen des Datenzeitalters brauchen Platz. Laut Frankfurts Wirtschaftsförderer Oliver Schwebel werden sie in diesem Jahr im Stadtgebiet rund 600 000 Quadratmeter Geschossfläche belegen. Zum Vergleich: Büros gibt es ihm zufolge in Frankfurt auf 11,8 Millionen Quadratmetern. Ein beachtlicher Teil der Datenzentren ist in beliebten Wohnlagen zu finden: Im Gallusviertel, in Rödelheim oder im Ostend etwa. Kommt es da nicht zur Konkurrenz mit Wohnraum?

Nein, sagt Frankfurts oberster Wirtschaftsförderer Schwebel. „Das sind ja ausgewiesene Gewerbeflächen.“ Außerdem wollten Menschen, die nach Frankfurt zögen, ja auch dort arbeiten. Deshalb ergebe es keinen Sinn, die Flächen umzuwidmen.

Und wer arbeitet in den Rechenzentren? Direkt angestellt sind dort im Verhältnis zum großen Flächenverbrauch nicht viele Arbeitnehmer. Beim größten der großen, E-Shelter, sind es 290 Mitarbeiter, bei Interxion rund 120. Insgesamt waren 2018 in der Frankfurter IT-Branche laut Schwebel fast 33 100 Personen beschäftigt – 3700 mehr als 2014.

Hinzu komme, dass auch der Bau der Rechenzentren Arbeit schaffe und die Branche auf andere ausstrahle – etwa auf die der Finanzdienstleistungen oder Sicherheitsdienste. Auch siedelten sich manche Unternehmen gezielt in Frankfurt an, weil es hier eine entsprechende Infrastruktur gebe. Aktuell könnten die Unternehmen im IT-Sektor in Frankfurt nicht einmal alle offenen Stellen besetzen, so Schwebel.

Die Internet-Infrastruktur sei für Frankfurt „eins der wichtigsten Zukunftsthemen“, sagt Schwebel. Sowohl in punkto Arbeitsplätze wie auch bei Gewerbeansiedlungen und der Gewerbesteuer sieht er Frankfurt auf der Gewinnerseite. „Wir gehen davon aus, dass Frankfurt deutlich profitiert“, sagt Schwebel zur Gewerbesteuer.

Wie viel Gewerbesteuer die Rechenzentren allerdings in die Frankfurter Stadtkasse spülen, sei bislang nicht eindeutig nachvollziehbar, erläutert der Leiter des Kassen- und Steueramts, Hanns-Joachim Kühn. Eindeutig ist jedoch: Die Gewerbesteuereinnahmen der „Sonstigen“, die keiner Branche konkret zugeordnet werden, ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gewachsen – vermutlich aufgrund der Rechenzentren.      

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