Kriminalität

Raub vor Frankfurter Ikea: Keine konkreten Hinweise auf Täter aus RAF-Szene

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Nach dem Überfall vor Ikea setzt die Polizei vor allem auf Zeugen. In der kommenden Woche wollen die Beamten Videoaufnahmen veröffentlichen.

In diesen Tagen hat sich die Frankfurter Kriminalpolizei mal wieder mit der jüngeren deutschen Geschichte beschäftigt. Es ist nämlich so: Seit drei Jahrzehnten sind drei inzwischen ältere Herrschaften untergetaucht, die der Boulevard etwas despektierlich als „RAF-Rentner“ bezeichnet. Diese sollen in Norddeutschland zuletzt einige Überfälle begangen haben – auch auf Geldtransporter. Anschließend steckten sie die Fluchtfahrzeuge in Brand, um Spuren zu vernichten. Auch das ist eine Parallele zum spektakulären Raub vor der Frankfurter Ikea-Filiale am Samstag. Insofern liegt die Frage nahe, ob die Terroristen auch für diesen Überfall verantwortlich sein könnten. Eben danach hätten sich bei ihm in den vergangenen Tagen rund 100 Journalisten erkundigt, sagte Polizeisprecher Thomas Hollerbach am Mittwoch der FR. Ihnen allen sagte er den Satz: „Wir haben keine konkreten Hinweise darauf, dass die Täter aus dem RAF-Umfeld stammen, gehen aber auch dieser Möglichkeit nach, denn alles andere wäre unprofessionell.“

Keine Angaben zur Beute

Eine halbe Woche nach dem Raub gibt es immer noch jede Menge Fragen zum Tathergang. Manche könnte Hollerbach beantworten, er tut es aber mit dem Verweis auf „Täterwissen“ nicht. Sprich: Wie viel Geld eigentlich erbeutet wurde, dass wissen die Täter, Ikea und die Polizei, und das soll auch erst einmal so bleiben. Fakt ist, dass bei dem Überfall durchaus eine Gefahr für Kunden bestand. So schlug eine Kugel in ein Auto ein, das auf dem Parkplatz des Möbelhauses stand.

Bisher seien schon zahlreiche Hinweise von Zeugen eingegangen, sagte Thomas Hollerbach. Viel verspricht sich die Polizei auch von der Veröffentlichung von Aufnahmen, die eine an der Außenfassade der Filiale angebrachte Überwachungskamera gemacht hat.

Ursprünglich wollten die Beamten die Bilder bereits in dieser Woche präsentieren. Nun dauert die Veröffentlichung bis Anfang nächster Woche, da die Aufnahmen noch technisch aufgewertet werden müssten, sagte der Polizeisprecher. Dafür seien die Bilder dann aber auch qualitativ gut.

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