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An dem ausgebrannten Gebäude liegt jede Menge Schrott und Abfall, auch Altwagen werden hier abgeladen.

Römerschänke Frankfurt

Ratten an der Römerschänke

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Anwohner der ehemaligen Römerschänke beklagen Müll und Gestank. Sogar Ratten sind gesichtet worden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Grundstücksbesitzer.

An der ehemaligen Römerschänke sieht es schlimm aus. Autoteile und Bauanhänger, Pizzaschachteln und Glasscherben verunstalteten das Gelände der einstigen Gaststätte an der Hadrianstraße, berichtet ein Anwohner, der nur wenige Häuser weiter in der Straße An der Ringmauer wohnt. Und damit nicht genug: Ratten liefen herum, Penner hätten dort hausiert. „Das ist eine Schande“, sagt er.

Vor etwa vier Wochen hat der 73-Jährige, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, städtische Behörden auf die Müllablagerung aufmerksam gemacht. Grünflächen- und Gesundheitsamt hätten sich daraufhin ein Bild von der Lage gemacht. Die Stadtpolizei habe Fotos geschossen.

Gelände liegt seit 2009 brach

Nicht zum ersten Mal: Wegen des ungepflegten Zustands ist das zugemüllte Areal schon seit mehr als einem Jahr im Fokus des Regierungspräsidiums Darmstadt. „Wir haben das Gelände als illegales Abfalllager eingestuft“, teilt Doris Schaab von der Abteilung Arbeitsschutz und Umwelt Frankfurt auf Anfrage mit.

13 Altfahrzeuge hat das Regierungspräsidium in dieser Woche vom Gelände entfernt. Beim Grundstückseigentümer hatte die Behörde zuvor vergebens auf eine freiwillige Räumung gedrängt. „Wenn Abfälle eine Gefahr für die öffentliche Ordnung darstellen und der Eigentümer sich nicht bewegt, können wir eine Räumung veranlassen“, erklärt Schaab. Die Kosten will sich das Regierungspräsidium vom Eigentümer erstatten lassen. Darüber hinaus müsse er den restlichen Müll entsorgen, andernfalls greife die Behörde zu weiteren Maßnahmen.

Weil der Eigentümer seiner Pflicht nicht nachkommt und inzwischen nicht mehr auf Anfragen reagiert, ermittelt auch die Staatsanwaltschaft. Das Fachkommissariat für Wirtschafts- und Umweltdelikte überprüft den unerlaubten Umgang mit Abfällen auf dem Grundstück. „Die Ermittlungen laufen noch“, teilt die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Oberstaatsanwältin Nadja Niesen, auf Anfrage mit.

Für die Anwohner ist das keine Überraschung: Jugendliche und Obdachlose gingen auf dem Gelände ein und aus. Drogendealer träfen sich auf dem gegenüberliegenden Spielplatz. „Das war mal eine friedliche Ecke“, sagt ein Anwohner, der schon seit 1951 in Heddernheim wohnt, „doch plötzlich war damit Schluss.“

Noch vor einigen Jahren zählte die Römerschänke, die sich direkt neben der Minigolfanlage An der Hadrianstraße befindet, zu den beliebten Gaststätten des Viertels. Seit 2009 liegt das Gelände brach. Die Konzession für die Kneipe war laut Ordnungsamt im März 2011 abgelaufen.

Im April dieses Jahres hatte das zugemüllte Areal Brandstifter auf den Plan gerufen. Unbekannte verschafften sich Zutritt zur Gaststätte und legten ein Feuer. Das Gebäude brannte komplett aus. Der Sachschaden belief sich auf 100 000 Euro. Und damit nicht genug: Drei Monate später wurde erneut gezündelt. Diesmal ging auf dem Gelände ein Schrottfahrzeug in Flammen auf.

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