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In der Ada-Kantine werden Plätzchen mit Schokoladenfüllung vorbereitet.
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In der Ada-Kantine werden Plätzchen mit Schokoladenfüllung vorbereitet.

Frankfurt

Ramadanfest: Ein Hauch von Festtagsstimmung

  • Timur Tinç
    VonTimur Tinç
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Die Ada-Kantine backt zum Ende des Ramadan Süßspeisen für Flüchtlingsunterkünfte. In der As-Salam-Moschee gab es während des Fastenmonats täglich 100 warme Mahlzeiten für Bedürftige.

Baklava, Mahmoul, Barazik, Babousa und Sholezard. Drei Tage lang – von Dienstag bis Donnerstag – wurden diese orientalischen Süßspeisen in der Ada-Kantine in der Mertonstraße anlässlich des Eid Al-Fitr, des Fests des Fastenbrechens nach dem islamischen Fastenmonat Ramadan, gebacken. Am heutigen Freitag, dem zweiten von drei Festtagen, werden Grießkuchen, Plätzchen mit Dattelfüllung, Blätterteiggebäck und die anderen Leckereien an drei Flüchtlingsunterkünfte in Frankfurt ausgeliefert.

„Wir haben in zwei Schichten gebacken, und es waren immer zwischen 20 und 25 Personen dabei“, berichtet Yannik Böckenförde von der Ada-Kantine. Das Projekt hatte sich vor einem Jahr auf dem Campus Bockenheim gegründet. Unterstützt wird es von den Initiativen Shelter, Über den Tellerrand und Isra-Aid.

In der ersten Phase sei es darum gegangen, die Kantine wiederzubeleben und Essen für alle anzubieten – jeder konnte zahlen, was er wollte. Da schon zu Feiertagen wie Weihnachten besondere Kochaktionen stattfanden, ist es diesmal das muslimische Ramadanfest.

Große Spendenbereitschaft

Nach 30 Tagen, in denen die Gläubigen zwischen Morgendämmerung und Sonnenuntergang auf Essen, Trinken, Rauchen und Geschlechtsverkehr verzichtet haben, ist es am Feiertag Brauch, seinen Gästen die unterschiedlichsten Süßspeisen anzubieten und Kindern Bonbons zu schenken. Da wegen der Coronavirus-Pandemie große familiäre Besuche nicht möglich und viele Flüchtlinge ohnehin alleine sind, ist das gemeinsame Backen zumindest eine Möglichkeit, zusammenzukommen und einen kleinen Hauch Festtagsstimmung aufkommen zu lassen.

Etwas Besonderes für den letzten Ramadan-Tag hatte sich auch die As-Salam-Moschee in der Nordweststadt ausgedacht. Seit Beginn des Fastenmonats hat die Gemeinde täglich rund 100 Iftar-to-go-Pakete für Bedürftige aus der Nachbarschaft vorbereitet. Wer zwischen 19.30 und 20.30 Uhr vorbeikam, erhielt neben einer Suppe und Datteln immer eine warme Mahlzeit und einen kleinen Nachtisch, bis nichts mehr da war. Zum letzten Fastenbrechen gab es Kaninchenfleisch.

„Wir sind sehr stolz, das als Verein auf die Beine gestellt zu haben“, sagt Ahmed Ajabli vom Vorstand des islamischen Kulturvereins. An einem Ramadan ohne Corona versammeln sich bis zu 300 Leute, um das Fastenbrechen gemeinsam zu begehen. Weil das in diesem Jahr nicht möglich war, kam die Idee mit den Essenspaketen auf. Gerade im Ramadan ist die Spendenbereitschaft besonders groß, zudem gibt es Leute, die nicht fasten können und daher die sogenannte Fitra-Abgabe zahlen. Das sind pro nicht gefastetem Tag etwa zehn Euro – wenn man es sich leisten kann.

Die Moschee wiederum gab täglich zwischen 250 und 300 Euro aus, um die Lebensmittel zu kaufen und die Gerichte zuzubereiten. „Mit fünf bis sieben Mann haben wir das Essen eingepackt und an die Menschen verteilt“, berichtet Ajabli.

Das Feiertagsgebet am Donnerstag wollte die Gemeinde mit Genehmigung des Ordnungsamts im Martin-Luther-King-Park verrichten. Allerdings musste es aufgrund des schlechten Wetters nach drinnen verlegt werden. In anderen Gemeinden wurde das Gebet sogar zwei- bis dreimal zu unterschiedlichen Zeiten verrichtet, weil nur eine gewisse Anzahl von Menschen gleichzeitig in die Moschee darf. Ajabli und alle anderen Gemeinden hoffen, dass sie im nächsten Jahr ihren Ramadan wieder ganz normal begehen können.

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