Bereits im Juli mach der Förderverein Roma mit einer Kundgebung auf dem Römerberg auf seine Raumprobleme aufmerksam.
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Bereits im Juli mach der Förderverein Roma mit einer Kundgebung auf dem Römerberg auf seine Raumprobleme aufmerksam.

Frankfurt-Nordend

Räume für Roma

Der Ortsbeirat möchte für den Förderverein leerstehende Immobilien im Stadtteil prüfen lassen. Ihre jetzige Bleibe muss die Gruppe Ende März räumen.

Von Nadine Benedix

Seit mehr als einem Jahr sucht der Förderverein Roma bereits neue Büroräume. Der Ortsbeirat 3 fordert nun die Stadt auf, leerstehende Immobilien im Nordend für die Nutzung des Vereins zu prüfen. Für die Verwaltung sowie die verschiedenen Beratungsstellen benötigt der Verein, der 2013 mit dem Integrationspreis ausgezeichnet wurde, rund 450 Quadratmeter Fläche.

„Wir befinden uns aktuell in einer desolaten Situation“, sagt der Geschäftsführer des Vereins, Joachim Brenner. „Bereits im August diesen Jahres mussten wir unsere eigentliche Heimat in der Kaiserpassage 64 verlassen. Seitdem sind wir übergangsweise im Nachbarhaus.“ Dieses stehe dem Verein jedoch nur noch bis zum 31. März zur Verfügung. Aus der Kaiserpassage musste der Verein aufgrund einer Modernisierung des Gebäudekomplexes ausziehen. Sie wird derzeit umgebaut. Anstatt kleiner Lebensmittelgeschäfte und sozialen Einrichtungen wird Platz für einen Tegut-Supermarkt und möblierte Design-Apartments gemacht. Von 20 bisherigen Bestandsmietern dürfen lediglich sieben bleiben, der Förderverein Roma ist nicht dabei (die FR berichtete).

Die Suche nach einer Ersatzunterkunft gestalte sich für den Verein bisher äußerst schwierig. „Wir suchen mit drei verschiedenen Maklern nach Räumen und sind sogar bereit, die Verwaltungs- und Beratungsstellen räumlich zu trennen“, sagt Brenner. „Wir haben auch schon viele passende Immobilien gefunden, jedoch haben uns die Vermieter immer wieder abgesagt. Das ist sehr frustrierend.“ Er befürchtet, dass bei vielen Vermieter noch immer Ressentiments gegen die Zielgruppe seines Vereins überwiegen.

Auch die Stadt Frankfurt hat dem Verein im Sommer bereits eine Immobilie in der Moselstraße angeboten. Diese befand sich in einem ehemaligen Zentrum für Drogenabhängige. Die notwendigen Umbauarbeiten des Hauses lagen bei 130 000 bis 180 000 Euro, eine Summe, die der Verein nicht hätte aufwenden können. Dazu wäre sie nicht rechtzeitig bezugsbereit gewesen, sagt Brenner. „Die Idee war insgesamt nicht besonders gut durchdacht.“

Nun will der Ortsbeirat im Nordend, auf einen Antrag der Grünen-Fraktion hin, die Stadt verschiedene leerstehende Immobilien prüfen lassen. „Viele Häuser im Stadtteil stehen schon seit langem leer“, meint Jochen Vielhauer, Fraktionsvorsitzender der Grünen. „Es gibt beispielsweise Leerstand in der Berger oder in der Rappstraße. Wir wollen, dass die Stadt das prüft und uns berichtet.“

Ob diese Gebäude jedoch von der Stadt für den Verein zur Verfügung gestellt werden können, ist fraglich. „Wenn die Liegenschaften nicht der Stadt gehören, können wir leider auch nichts machen“, erklärt Jochen Strack vom Amt für Liegenschaften. Nichtsdestotrotz sei es politisch gewünscht, eine neue Unterkunft für den Verein zu finden. „Wir werden weiterhin alle möglichen Immobilien prüfen“, so Strack.

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