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Gleich mehrere Autos brannten in der Falkstraße.

Bockenheim

Rätsel um Bekennerschreiben nach Brandstiftung in Frankfurt

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Nach dem Brand von sieben Autos rätselt die Polizei weiter über ein mutmaßliches Bekennerschreiben. Als Flugblatt könnte es von Dritten verteilt worden sein.

Nachdem ein schwerer Brand vor gut einer Woche in Bockenheim sieben Autos zerstört hat, rätseln die Ermittler weiter über ein mutmaßliches Bekennerschreiben. Der Text, dessen anonyme Autoren behaupten, das verheerende Feuer gelegt zu haben, war als Flugblatt in viele Briefkästen rund um den Tatort in der Falkstraße gesteckt worden und auch bei der Frankfurter Rundschau eingegangen.

Die Verfasser des Schreibens, das mit „Antiimperialistische Aktion“ unterzeichnet ist, behaupten, in der betreffenden Nacht ein Auto der Firma Siemens angezündet zu haben, weil diese Technik für Gefängnisse herstelle. Tatsächlich war eines der verbrannten Fahrzeuge auf Siemens zugelassen.

Bekennerschreiben auf „Indymedia“ veröffentlicht

Wie ein Polizeisprecher der FR sagte, halten die Ermittler es momentan für denkbar, dass die ursprünglichen Autoren des Textes mit dessen Verbreitung als Flugblatt überhaupt nichts zu tun haben. Bereits am Tag nach dem Brand sei das mutmaßliche Bekennerschreiben* nämlich auf der linken Internetplattform „Indymedia“ veröffentlicht worden, als Flugblatt sei es aber erst später verteilt worden. Bei der verteilten Version sei in den Text außerdem die Selbstbezeichnung „Antiimperialistische Aktion“ und der Satz „Bockenheim must burn“ eingefügt worden. Zudem sei ein Bezug zum autonomen Kulturzentrum Café Exzess* sowie dessen Adresse in der Leipziger Straße hinzugefügt worden. Derzeit könne man sich diese Zusammenhänge nicht erklären, sagte der Polizeisprecher. Man gehe in dem Fall aber weiterhin von Brandstiftung aus und suche nach Augenzeugen.

Exzess erklärt öffentlich, nichts mit der Brandstiftung zu tun zu haben

Das Café Exzess hatte am vergangenen Wochenende öffentlich erklärt*, mit der Brandstiftung und dem verteilten Bekennerschreiben nichts zu tun zu haben. Man werte die Bezugnahme auf das Exzess in dem Flugblatt als Versuch einer Diffamierung. Das gelegte Feuer trage eindeutig „die Handschrift von anderen“.

In der Nacht zu vergangenem Dienstag waren in der Falkstraße in Bockenheim insgesamt sieben Fahrzeuge ausgebrannt, zwei weitere Autos und mehrere Fahrräder waren durch die enorme Hitze beschädigt worden. Die Flammen hatten außerdem die Fassaden umliegender Häuser in Mitleidenschaft gezogen. Zwei Anwohner hatten über Atembeschwerden wegen des Rauches geklagt und waren im Krankenhaus behandelt worden.

*fr.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Redaktionsnetzwerks

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