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Radentscheid

Radwege in Frankfurt vom Verkehr trennen

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Der Radentscheid Frankfurt stellt seine Radnetzplanung vor und verhandelt weiter mit dem Magistrat und der Koalition.

In die nun dritte Verhandlungsrunde mit Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) und Vertretern der Koalition am Mittwoch gehen die Vertrauensleute des Radentscheids Frankfurt mit breiter Brust. Vor wenigen Tagen haben sie im Studierendenhaus in Bockenheim vorgestellt, wie sich Frankfurt zur Fahrradradstadt umbauen lässt.

Selbst für die viel befahrenen Hauptstraßen haben die Stadtplaner und Architekten, die ehrenamtlich beim Radentscheid wirken, Lösungen gefunden, die den Radverkehr stärker als bisher berücksichtigen. Auf der Friedberger Landstraße zum Beispiel soll ein baulich getrennter Radweg entstehen, der an der Rat-Beil-Straße beginnt und über Konrad-Adenauer- und Kurt-Schumacher-Straße hinüber nach Sachsenhausen führt. Schluss wäre am Wendelsplatz.

Baulich getrennte Radwege sind eine der Hauptforderungen der Initiative. Nur auf diesen Radwegen könnten Kinder, Erwachsene und Senioren gleichermaßen unbehelligt vom Autoverkehr fahren. „Für Frankfurt ist Radfahren das Richtige. Uns geht es darum, für die entsprechende Sicherheit zu sorgen“, sagte Heiko Nickel, ein Sprecher des Radentscheids.

Baulich getrennte Radwege unterstützt mittlerweile auch der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) in Frankfurt. Der Radentscheid sieht diese Wege auch auf Teilen der Eschersheimer, Bockenheimer, Mörfelder, Mainzer und Hanauer Landstraße vor.

Die Radnetzplanung, die der Radentscheid vorgestellt hat, ist auf drei Jahre ausgelegt. Sie umfasst eine Strecke von 45 Kilometern - das wären 15 Kilometer Radwege pro Jahr. „Wir haben das bestehende Netz analysiert und es in gut, gerade noch okay und schlecht eingeteilt“, sagte Nickel. Der Radentscheid hat auch Vorschläge für fahrradfreundliche Nebenstraßen gemacht, die sich in Wohngebieten, in der Nähe von Kitas und Schulen befinden. Diese fahrradfreundlichen Nebenstraßen sollten unter anderem an der Robert-Mayer-Straße, am Oeder- und Grüneburgweg sowie in der Brückenstraße entstehen.

Durchgehende innerstädtische Fahrradtrassen sieht der Radentscheid zum Beispiel am Anlagenring vor. So könnte etwa die linke Fahrspur dem Radverkehr zugeschlagen werden.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Radverkehr braucht Platz

„Ähnlich wie in Kopenhagen sollten die durchgehenden Fahrradtrassen kreuzungsfrei sein, so dass ein zügiges und sicheres Radfahren möglich ist“, sagte Nickel. Die Ampeln müssten entsprechend geschaltet werden. Weitere Möglichkeiten für durchgehende Fahrradtrassen sieht der Radentscheid am nördlichen Mainufer, vom Hafentunnel bis zum Ratswegkreisel. Auch die geplanten Radschnellwege von Darmstadt nach Frankfurt sowie von Hanau nach Frankfurt sind in den Plänen des Radentscheids berücksichtigt. Diese sollten ebenfalls baulich vom Autoverkehr getrennt werden, rot eingefärbt sein und eine Breite von mindestens 2,30 Meter haben.

Ob es am Mittwoch zum Kompromiss zwischen Radentscheid, Stadtrat und der Koalition kommt, ist ungewiss. Bislang beharrt vor allem die CDU darauf, dass Hauptstraßen keine baulich getrennten Radwege bekommen sollen, weil dann eine Fahrspur für Autos wegfalle. Am Freitag hatte der Magistrat die Entscheidung, das Bürgerbegehren für unzulässig zu erklären, vertagt.

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