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Nicht viel Platz auf der Bockenheimer Landstraße. 

Verkehr

Radweg auf der Bockenheimer in Frankfurt verbreitern

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Die Gruppe Radentscheid und die Stadt wollen Bockenheim und das Westend fahrradfreundlicher machen.

Bockenheim und das Westend sollen fahrradfreundlicher werden – zumindest dann, wenn der Maßnahmenkatalog der Stadt Frankfurt und der Bürgerinitiative Radentscheid am 29. August im Römer angenommen wird. „Wir freuen uns, dass die Stadt jetzt auf uns zugekommen ist“, sagt Rebecca Fuller, Sprecherin der Initiative. Gemeinsam mit Kollegin Katharina Knacker präsentierte sie Änderungen, die dadurch auf den Westen der Stadt zukommen werden bei der vergangenen Sitzung des Ortsbeirats 2.

Ihr Katalog sieht so den schrittweisen Ausbau eines stadtweiten Netzes an Fahrradstraßen aus. Dabei sollen unter anderem auf insgesamt zehn Hauptstraßen in Frankfurt die Fahrradwege verbreitert werden. Im Westen der Stadt trifft dies die Bockenheimer Landstraße. „Es gibt auf der Bockenheimer zwar einen baulich getrennten Radweg, aber der ist viel zu eng“, erklärt Katharina Knacker. Der Radweg soll deshalb auf 2 Meter 30 verbreitert und begradigt werden, damit man nicht ständig vom Gehweg runter auf die Straße fahren müsse. Für diesen Umbau soll indes jeweils eine Fahrspur in jede Richtung wegfallen. „An vielen Stellen in Frankfurt sind die Fahrbahnen noch zweispurig, was eigentlich gar nicht notwendig ist“, erklärt Fuller den Schritt.

Im Ortsbeirat wird der Vorschlag positiv aufgenommen, das Problem auf dem Fahrradweg war auch hier bereits Thema. Eine Sorge lässt indes Hans-Jürgen Hammelmann von der Linkspartei verlauten. „Die Stadt plant ja im Zuge des Umbaus der U-Bahnstation Westend einen Aufzug in die Mitte der Bockenheimer Landstraße zu setzen – das wird bei der Wegnahme von zwei Fahrspuren ja etwas eng“, so der Stadtteilpolitiker. Die Initiativensprecherin Rebecca Fuller beruhigt: „Bauliche Sonderregelungen werden natürlich beachtet.“

Neben dem Umbau der Bockenheimer Landstraße sind auch drei Nebenstraßen im Ortsbezirk von den Änderungen betroffen. So soll die Achse Robert Mayer-Straße/ Kettenhofweg, der Grüneburgweg und die in einander übergehenden Nebenstraßen Moselstraße, Karlstraße und Westendstraße fahrradfreundlich werden. „Ziel ist es hier für abgetrennte Fahrradwege zu sorgen“, erklärt Katharina Knacker.

Außerdem sollen die Änderungen das Unfallrisiko an Kreuzungen verhindern. In Bockenheim und im Westend sind davon insgesamt fünf Kreuzungen betroffen. „An Problemecken, wie etwa an der Kreuzung Bockenheimer Anlage und Zeppelinallee, soll durch Fahrradampeln, Verkehrsspiegel und ähnliche Mittel das enorme Unfallrisiko minimiert werden“, so Fuller.

Die Maßnahmen beschränken sich vorerst auf den innenstadtnahen Bereich. Problemzonen wie etwa der Katharinenkreisel am Rebstock fallen aus dem Katalog. „Das Ziel ist es nach dem Ausbau der Straßen im inneren Bereich, das Netz weiter nach außen auszudehnen“, erklärt Knacker. Zur Umsetzung des Projekts plant die Stadt nun zehn neue Mitarbeiter einzustellen.

Am kommenden Sonntag organisiert die Initiative Radentscheid ihre inzwischen vierte Kinderfahrraddemo „Kindical Mass“ unter dem Motto „Zur Schule? Das kann ich selbst!“. Los geht es ab 15.30 Uhr an der Alten Oper, Ziel ist der Holzhausenpark.

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