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Die Verkehrspolitik auf der Eschersheimer Landstraße ist seit vielen Jahren ein Politikum. Christoph Boeckheler
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Die Verkehrspolitik auf der Eschersheimer Landstraße ist seit vielen Jahren ein Politikum. Christoph Boeckheler

Verkehr

ADFC parkt Autos auf der Straße – Was hinter dem Verkehrs-Experiment steckt

  • Oliver Teutsch
    VonOliver Teutsch
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Der ADFC wirbt mit einer Demo-Aktion in Frankfurt für einen neuen Radweg. Die Verkehrssituation sorgt für Verwirrung.

Frankfurt – Die drei geparkten Autos wirken etwas verloren auf der langen Geraden. Dort, auf der Eschersheimer Landstraße zwischen Fritz-Tarnow- und Hügelstraße, können die Autofahrerinnen und Autofahrer normalerweise endlich richtig Gas geben, weil auf dem zweispurigen Teilstück keine parkenden Autos mehr stehen wie rund um den Dornbusch. Normalerweise. Doch an diesem Freitagnachmittag (08.10.2021) hat der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) auf Höhe des Sinaiparks drei Autos zu Demonstrationszwecken abgestellt. „Wir wollen zeigen, dass die Welt dadurch nicht untergeht“, sagt Ansgar Hegerfeld vom ADFC.

Die Verkehrspolitik auf der Eschersheimer Landstraße ist seit vielen Jahren ein Politikum. Die Ausfallstraße Richtung Norden ist vor allem im Berufsverkehr stark frequentiert. Es gibt aber auch viel Radverkehr, da die Straße mitten durch die dichtbesiedelten Stadtteile Dornbusch und Eschersheim führt. Im zuständigen Ortsbeirat 9 gibt es schon seit Jahren den Kampf um einen Radweg auf dem Abschnitt. SPD, Grüne und Linke sind dafür, CDU, FDP und BFF dagegen. „Die Debatte ist im Ortsbeirat falsch aufgehoben“, sagt Hegerfeld. Hier sei die Verwaltung gefordert. Doch dort gibt es Widerstände.

Verkehrschaos in Frankfurt? – Polizei schleppt richtig geparktes Auto ab

Ein Radweg auf dem Teilstück zwischen Dornbusch und Hügelstraße war ursprünglich auch eine Forderung des Radentscheids Frankfurt, die aber wegen der Widerstände aus der Verhandlung rausgenommen wurde. Denn vor allem in den Morgenstunden, wenn der Autoverkehr sich von der A661 über die Eschersheimer stadteinwärts kämpft, würde der Verlust einer Fahrspur zugunsten eines Radstreifens zusätzliche Staus verursachen. Stadteinwärts wäre ein Radstreifen wegen der längs verlaufenden Parkbuchten auch ein zusätzliches Hindernis, räumt Hegerfeld ein. „Doch auf dieser Seite braucht es nur einen Eimer Farbe. Es wäre ein großer Nutzen bei kleinem Aufwand“, findet Hegerfeld.

Ein Verkehrschaos richten die drei Testfahrzeuge nicht an. Ab und an wird gehupt, wenn jemand kurzfristig einscheren will, weil er nicht mit parkenden Autos gerechnet hat. Dabei ist das Parken an dieser Stelle erlaubt, wenn auch ungewohnt. So ungewohnt, dass die Polizei vor einigen Monaten ein dort geparktes Auto abschleppen ließ, obwohl es dort keinerlei Verbotsschilder gibt.

Verwirrung um Verkehrssituation in Frankfurt: Polizei ist vor Ort

Auch am Freitag sorgt die Aktion für etwas Verwirrung. Der ADFC hatte die Polizei über seine Aktion informiert. Die ist auch vor Ort. Ein Beamter des 12. Reviers tut kund, die Stadt habe keine Anmeldung der Aktion vorliegen. „Warum auch?“, fragt Hegerfeld, „wir parken doch nur drei Autos.“

Während der Aktion fällt auf, dass viele Menschen auf Fahrrädern verbotenerweise den breiten Bürgersteig nutzen, weil dies ungefährlicher ist als die Fahrbahn. Zumindest für diejenigen auf Fahrrädern, nicht für die, die zu Fuß gehen. „Mit einem Radstreifen wäre allen geholfen“, findet Hegerfeld und hält die Demonstration für geglückt. (Oliver Teutsch)

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