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Die Alteichen im Schwanheimer Wald sind bei jedem Wetter schön anzusehen.
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Die Alteichen im Schwanheimer Wald sind bei jedem Wetter schön anzusehen.

Umwelt

Radtour durch den Frankfurter Südwesten: Grüne Idylle abseits der Stadt

  • Helen Schindler
    VonHelen Schindler
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Alteichen, Komische Kunst und die Schwanheimer Düne - der Frankfurter Südwesten hat eine Menge zu bieten. Auf einer Tour mit Umweltdezernentin Rosemarie Heilig wird aber auch deutlich, wie der Wald unter dem Klimawandel leidet.

Das hier ist einer meiner Lieblingsorte. Hinter mir stehen 500 Jahre Geschichte“, sagt Peter Rodenfels von der Abteilung Stadtforst. Hinter ihm, im Schwanheimer Wald, strecken sich prächtige Alteichen empor. Daneben zeigt ein Gemälde eine Reproduktion eines Bilds von Fritz Wucherer aus dem Jahr 1899, die Szenerie, wie sie damals ausgesehen haben muss. „Früher war hier Viehtrieb, da gab es keinen Wald, sondern nur einzelne Eichen, die als Nahrungsquelle für das Vieh dienten“, erläutert der Förster. Deswegen konnten die Eichen mit viel Abstand wachsen.

Ein wenig fühlt man sich in dieser geschichtsträchtigen Umgebung wie in Grimms Märchen. Aber die Eichen sind nicht nur schön anzusehen, sondern auch ein wichtiger Lebensraum, mehr als 1000 Tierarten kämen an ihnen vor, erläutert der Experte, der sagt: „Es gibt einige tote Äste, aber ziemlich viel Hoffnung“. Die Alteichen sind der erste Stopp auf einer Radtour durch den Frankfurter Südwesten, zu dem Umweltdezernentin Rosemarie Heilig zusammen mit Fachleuten aus der Projektgruppe Grüngürtel eingeladen hat. Von Goldstein geht es mit dem Rad bis nach Höchst.

Auf der Tour wird immer wieder deutlich: Durch den Klimawandel verändert sich der Wald. Buchen litten besonders, erklärt Heilig. „Die gehen uns hops, das ist ein Drama.“ Hoffnung setzt sie auf die Eiche: „Wir machen einen Versuch mit Flaumeichen. Die sind kälteresistent, aber auch hitzebeständig. Vielleicht können wir mit ihnen Aufpflanzungen machen, auch in anderen Waldbereichen.“ Über den diesjährigen Sommer freuen sich die Fachleute, sie erhoffen sich ein wenig Entspannung für den Wald. Denn die Hitzesommer der vergangenen Jahre haben ihm enorm zugesetzt. 98 Prozent der Frankfurter Bäume seien krank, sagt Heilig.

Aufforstung im Stadtwald

Um den Stadtwald zu retten, wird an vielen Stellen aufgeforstet mit Baumarten, von denen man hofft, dass sie dem Klimawandel gewachsen sind. Invasive Arten wie die Traubenkirsche oder die armenische Brombeere setzen den heimischen Wald zusätzlich unter Druck. Immer wieder müssen die Förster diese entfernen.

Darum, den Grüngürtel in Szene zu setzen, kümmert sich die Projektgruppe Grüngürtel, die sich zusammensetzt aus Fachleuten des Umweltamts, des Grünflächenamts und des Stadtplanungsamts. Die Aushängeschilder der Projektgruppe sind der Grüngürtel-Radrundweg und der Grüngürtel-Rundwanderweg. Ein schönes Beispiel für eine kreative Aktion ist der riesige Stumpf einer Eiche im Schwanheimer Wald. Anhand der stark ausgeprägten Jahresringe konnte zurückverfolgt werden, dass sie aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts stammt. Auf dem Baumstumpf hat die Projektgruppe kleine goldene Tafeln mit besonderen Daten angebracht. So ist markiert, wie groß die Eiche war, als Goethe 1749 geboren wurde, oder als 1871 das Deutsche Reich gegründet wurde. Weiter geht es vorbei an der 500 Jahre alten Schwanheimer Wiese, der größten Frankfurter Waldwiese, die 400 Meter breit und zwei Kilometer lang ist. Dort findet sich auch ein Objekt der komischen Kunst, die sich über den gesamten Grüngürtel verteilt: der Struwwelpeterbaum, der den Betrachtenden mit großen Knopfaugen anschaut, nach einer Zeichnung des Frankfurter Karikaturisten F. W. Waechter.

Zuletzt geht es noch zur Schwanheimer Düne, mit 60 Hektar Frankfurts größtes Naturschutzgebiet. Ein nur 1,30 Meter breiter Bohlenweg führt hindurch, das Verlassen des Wegs ist nicht erlaubt. „Wir wollten den Eingriff in dieses besondere Stück der Natur so klein wie möglich halten“, sagt Dirk Schneider vom Grünflächenamt. Die Schwanheimer Düne ist eine der wenigen Binnendünen im Mittelgebirgsraum und entstand vor rund 10 000 Jahren in Folge der letzten Eiszeit. „Sie geht auf ein Wechselspiel zwischen dem sich zurückziehenden Main und dem Trockenfallen von Uferbereichen zurück“, sagt Thomas Hartmanshenn vom Umweltamt.

„Winde haben diese Sande zusammengeweht.“ In der Schwanheimer Düne leben 50 seltene Tierarten und 300 Pflanzenarten. Ein ganz besonderes Stück Natur, das eine Erholung von der sonst so lauten und schnelllebigen Stadt bietet.

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