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Die Alte Oper bleibt das Ziel von Eschborn – Frankfurt, aber die Zielgerade ist diesmal 700 statt zuletzt 300 Meter lang.

Eschborn - Frankfurt

So viel Frankfurt war noch nie beim Radrennen

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Das Radrennen am 1. Mai führt erstmals am Frankfurter Main entlang. Bei den „Jedermännern“ melden die Veranstalter eine Rekordbeteiligung.

Jetzt dürfen also auch die Radrennfahrer das Mainufer entdecken. Wahrscheinlich haben sie etwas weniger Zeit als die die Marathonläufer beim Ironman, die Frankfurter Skyline zu bestaunen, aber zumindest die Zuschauer dürfen sich über schöne Bilder freuen, wenn das Peloton beim Radklassiker am 1. Mai auf Untermainkai und Schaumainkai unterwegs ist.

So viel Frankfurt wie in diesem Jahr hat noch nie in Deutschlands ältestem internationalen Radrennen gesteckt. Gleich 46 Kilometer absolvieren die Profis bei der 57. Auflage innerhalb des Stadtgebiets. Nach dem Start in Eschborn durchqueren die Sportler von Rödelheim kommend einmal die Stadt und fahren zum ersten Mal die Mainschleife, bevor es Richtung Riedberg wieder aus Frankfurt hinaus und in den Taunus geht. Zum großen Finale kehrt das Fahrerfeld wieder in die Stadt zurück. Die letzten 26 Kilometer des Parcours finden auf Frankfurter Boden statt, gut 16 Kilometer davon auf dem Rundkurs, der zweieinhalb Mal Mal durchfahren wird.

Radrennen Eschborn - Frankfurt: Henninger Turm liegt wieder auf der Strecke

Schon im vorigen Jahr enthielt das Radrennen „Eschborn – Frankfurt“ wieder deutlich mehr Mainmetropole als in den Jahren zuvor. Denn der 1962 als „Rund um den Henninger Turm“ aus der Taufe gehobene Wettstreit verlor vor zehn Jahren den Hauptsponsor und endete nicht mehr in Sachsenhausen, sondern seit 2010 an der Alten Oper. Nachdem inzwischen wenigstens wieder eine Art Henninger Turm steht, bauten die Veranstalter das einstige Frankfurter Wahrzeichen 2018 wieder in die Strecke ein. Doch der Aufwand dafür erschien ihnen zu groß.

Mit dem Ex-Radprofi Fabian Wegmann haben sie seit vorigem Jahr auch einen Berater für den sportlichen Bereich, wie der Projektleiter des Rennens, Nathanael Bank, verrät: „Er ist vor allem für die Streckensicherheit verantwortlich, schaut aber auch darauf, dass das Rennen sportlich attraktiv ist.“ So sei es auch Wegmann gewesen, der die Empfehlung ausgesprochen habe, den Rundkurs in Frankfurt, 2018 noch 3,5 Kilometer lang, zu verlängern.

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Bank selbst kam dann die Idee, den Rundkurs um einen Abstecher zum Main zu erweitern. „Wir hatten gehört, dass das nördliche Mainufer dieses Jahr ohnehin für den Autoverkehr gesperrt werden soll, und dachten, das sei doch eine gute Gelegenheit für die Radfahrer“, sagt Bank. Bei den Vertretern der Stadt Frankfurt fand die Idee, das Mainufer und damit die Skyline für die Fernsehbilder in Szene setzen zu können, demnach sofort Anklang. Deshalb ist der Rundkurs nun 6,5 Kilometer lang.

Ziel an der Alten Oper: Zielgerade beim Radrennen verlängert

Deutlich länger wird auch die Zielgerade. Die war zuletzt mit nur 300 Metern ziemlich kurz für ein Rennen mit internationalen Ansprüchen. In diesem Jahr zieht sie sich über 700 Meter, worüber sich nicht nur die Zuschauer, sondern auch die Radfahrer freuen – denn eine kurze Zielgerade erhöht im Gerangel um die Plätze die Sturzgefahr.

Obschon die Zielgerade gedreht wurde, bleibt das Ziel nach wie vor an der Alten Oper. Ohnehin bekommen die Zuschauer dort so viel Radsport geboten wie sonst nirgends. Denn dort kommen nicht nur die Profis viermal vorbei, sondern auch fast alle anderen Radler, die unterwegs sind, und das sind nicht wenige. Denn bei der Jedermänner-Tour vermelden die Veranstalter eine Rekordteilnahme: Nicht weniger als 6080 Voranmeldungen lagen der Gesellschaft zur Förderung des Radsports bis Montag vor und damit 20 Prozent mehr als im Vorjahr.

„Jedermänner“ starten in Eschborn und können 40, 87 oder 100 Kilometer radeln 

Rennchef Bank ist von der Resonanz selbst ein bisschen überrascht, glaubt aber zu wissen, woher das rege Interesse der Hobbyradler kommt: „Die Möglichkeit, die Distanz noch während des Rennens zu wechseln, wird immer besser angenommen.“ Denn die Teilnehmer können morgen je nach körperlicher Verfassung entscheiden, ob sie 40, 87 oder 100 Kilometer in Angriff nehmen wollen. So gehen die Fahrer für alle drei Distanzen am Morgen in Eschborn gemeinsam an den Start und können sich in Oberursel entscheiden, ob sie sich mit 40 Kilometern begnügen wollen und die Abzweigung zurück nach Eschborn wählen oder Richtung Feldberg abbiegen. Nach der Feldbergschleife wiederum können die Jedermänner sich in Schwalbach entscheiden, ob sie sich auch noch den Mammolshainer Berg hochquälen oder einfach Richtung Ziel in Eschborn zurückrollen wollen.

Wer sich wirklich die 100 Kilometer lange Runde gibt, darf sich einem Radprofi schon sehr nahe fühlen, denn er fährt damit 95 Prozent der Straßen ab, auf denen auch die Profis unterwegs sind. Die müssen die knackige Steigung Mammolshain halt nur dreimal häufiger rauffahren auch öfter über den Schlussparcours in Frankfurt. Immerhin aber dürfen auch die Jedermänner die Mainschleife mitnehmen – und haben vielleicht auch mehr Muße als die Profis, sich die Skyline anzuschauen.

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