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Bäume retten, hier 2018 in Berkersheim: Manchmal hilft auch dabei die Feuerwehr.

Klimawandel

Forderung an die Städte: „Radikal umdenken“ beim Trinkwasser

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Der BUND fordert von den Städten die Rettung der durch Trockenheit geschädigten Bäume – aber ohne den Grundwasserspiegel weiter zu senken. Ihm schwebt eine andere Lösung vor.

Eine ganz neue Grünplanung verlangt der BUND Hessen von Frankfurt und anderen Kommunen. „Wir müssen radikal umdenken“, fordert der Vorsitzende Jörg Nitsch: „Gegen den Hitzekollaps brauchen wir mehr Stadtgrün und vor allem mehr großkronige Bäume.“ Zugleich müsse ihre Versorgung aber „ohne Trinkwasser“ gesichert werden.

Das Dilemma: Die Frankfurter Bäume sterben, fast alle sind schon krank, weil es zu wenig regnet. Aber sollen wir wertvolles Trinkwasser benutzen, um sie zu retten? Wasser wird doch ebenfalls knapp. Andererseits: Wenn wir unsere Bäume nicht bewässern, beschleunigt der Waldverlust den Klimawandel und alles wird noch schlimmer.

Schon 2018 gab es viel Streit über die Baumbewässerung. Kritik kam etwa aus dem Vogelsberg, wo sich manche Anwohner ohnehin durch die Frankfurter ihrer Ressourcen beraubt sehen – und jetzt auch noch kostbares Wasser fürs städtische Grün?

Der BUND sieht nun akuten Handlungsbedarf. „Je länger wir warten, desto mehr Menschen und Bäume werden sterben,“ warnt Nitsch. Grünplanung müsse „mindestens einen gleichberechtigten Stellenwert neben der Bau- und Verkehrsplanung erhalten“. Nicht irgendwann, sondern kurzfristig seien Konzepte nötig, den Baumbestand ohne Trinkwasser genug zu bewässern.

Frankfurt verwendet etwa an den Mainufern sogenanntes Uferfiltrat, also gefiltertes Flusswasser, um die Rasenflächen einigermaßen grün zu halten. In den Parks wird das Gießwasser nach Möglichkeit aus Brunnen gefördert. Die mobilen Behälter, die junge Bäume bis ins fünfte Standjahr versorgen, enthalten Trinkwasser.

Im Erhalt der Grünachsen mit großen Bäumen sieht der BUND eine planerische Daueraufgabe – aber nicht mit Trinkwasser. Es sei „ein viel zu wertvolles Lebensmittel“, seine Gewinnung auf großer Fläche mit ökologischen Risiken verbunden. Der Erhalt der Stadtbäume dürfe nicht dazu führen, dass mehr Grundwasser verwendet und das Risiko für die Wälder im Hessischen Ried, im Burgwald oder im Vogelsberg erhöht werde. „Unbedingt erforderlich“ nennt der BUND vielmehr die Sanierung der geschädigten Wälder im Ried und die konsequente Umstellung der Baumbewässerung in den Städten auf Brauch- und Flusswasser. i

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