Frankfurt Teilnehmer der „Bike-Night“ 2020.
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Teilnehmer der „Bike-Night“.

Radfahren

Radfahrer fordern mehr Platz

  • vonAlexandra Flieht
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Der ADFC Frankfurt organisiert eine Zweirad-Demo mit Abstand und Menschen jeden Alters radeln mit.

Das Motto der zehnten „Bike-Night“ „#Mehr Platz fürs Rad – nicht nur heut’ Nacht!“ organisiert vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) Frankfurt, ist der Wunsch der vielen Radfahrer, die sich am Samstagabend am Mainkai zwischen Eiserner Steg und Alter Brücke versammelten, um gemeinsam bei einer rund 13 Kilometer langen Tour durch die Stadt für mehr sichere Fahrradwege zu demonstrieren.

In diesem Jahr gestaltete sich die Veranstaltung anders als sonst: Abstand zueinander halten, Masken tragen, keine Staus und keine Zwischenkundgebungen. Ordner in orangefarbenen Westen sollten während der Fahrt für die Einhaltung der Regeln sorgen.

Der Mainkai wurde bewusst als Start- und Endpunkt der Veranstaltung gewählt. Nicht nur weil die Fläche in Corona-Zeiten mehr Platz bietet als der Römerberg, von dem aus die Fahrraddemo in den vergangenen Jahren startete. Für die Organisatoren und ihre Mitstreiter ist es eine Möglichkeit, ihr Unverständnis über die Wiedereröffnung des Mainkai für den Autoverkehr am vergangenen Dienstag zum Ausdruck zu bringen.

Auch dass die Stadt es versäumt habe, wenigstens eine der dort vorhandenen drei Fahrspuren für den Radverkehr zur Verfügung zu stellen, wurde von Alexander Breit vom Radentscheid Frankfurt vor dem Start der Fahrraddemo kritisiert. „Die Umgestaltung der Friedberger Landstraße für Fahrradfahrer war heiß diskutiert“, erinnerte er. Bilder von chronischen Staus und blockierten Straßenbahnen seien als Argumente dagegen angeführt wurden. Die von der Stadt neugeschaffene Infrastruktur an sicheren breiten und farblich markierten Radwegen von der Alten Brücke bis zur Friedberger Landstraße, rund 1,7 Kilometer, zeige genau das Gegenteil – „die Welt ist nicht untergegangen“. Und es verdeutliche auch, dass Bürgerengagement Wirkung habe.

„Sachen, die bis vor kurzem nicht denkbar waren, werden umgesetzt“, fasste Breit es zusammen und fordert von der Stadt, die Lücke zu schließen, die noch zwischen Friedberger Platz und Matthias-Beltz-Platz besteht, wo die neu geschaffene Radinfrastruktur abrupt ende.

Auch Frankfurts Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD), der selbst aufs Auto verzichtet, sieht die Wiedereröffnung des Mainkai als falsche Entwicklung.

Berlin habe in der Corona-Situation reagiert, als viele Menschen aufs Fahrrad umgestiegen sind, und temporäre Radfahrwege eingerichtet. „Gerade das hätten wir uns auch gerne in anderen Städten gewünscht“, sagte Rebecca Peters, stellvertretende ADFC-Bundesvorsitzende.

Bei der zehnten „Bike-Night“ sind viele Menschen unterschiedlichen Alters beteiligt. Michaela Glaser ist nun zum vierten Mal mit dabei. „Es hat sich in den vergangenen Jahren schon einiges getan. Die vorhandenen Fahrradwege sind sehr gut, doch es sollte noch mehr sein“, wünscht sie sich.

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