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Klemmfixe wie auf der Kurt-Schumacher-Straße könnten in der Stadt ein Standard werden.

Radentscheid

Mehrere Frankfurter Hauptstraßen sollen für Radler umgebaut werden

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Verkehrsdezernat und Fahrrad-Initiative stehen kurz vor einem Kompromiss. Ziel ist ein besserer Schutz für Radfahrer auf großen Straßen.

Bei den Verhandlungen von Verkehrsdezernat und Koalition mit dem Radentscheid Frankfurt zeichnet sich ein Kompromiss ab. „Für die Hauptstraßen haben wir eine Lösung gefunden“, sagte Heiko Nickel, einer der Vertrauensleute des Radentscheids. Die Gesprächspartner hätten sich darauf verständigt, eine bestimmte Zahl von Hauptstraßen binnen der nächsten drei Jahre umzubauen, damit Radfahrer dort baulich geschützt fahren können. Um welche Straßen es sich handelt, wurde zunächst nicht bekannt.

Der Radentscheid hatte vorgeschlagen, Radwege und Autospuren an folgenden Straßen baulich zu trennen: Friedberger, Eschersheimer, Bockenheimer, Mörfelder, Mainzer und Hanauer Landstraße sowie Berliner und Schweizer Straße und am Hauptbahnhof. An der Kurt-Schumacher-Straße hatte die Stadt nach einem tödlichen Unfall sogenannte Klemmfixe montiert; Klemmfixe gibt es nun auch auf einem Abschnitt der Düsseldorfer Straße. Beim Umbau der Hauptstraßen sind solche provisorischen Lösungen ebenfalls im Gespräch.

Heiko Nickel hofft, dass die Verhandlungen bei der nächsten Sitzung im Mai abgeschlossen werden. Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) sagte, er strebe „einen Kompromiss“ an, wollte sich zum Verhandlungsstand aber nicht äußern. Wie bei Tarifverhandlungen werde das Ergebnis am Schluss bekannt gegeben.

Radentscheid Frankfurt: Als nächstes geht es um Fahrradtrassen und Nebenstraßen

Ausgeklammert hatten die Gesprächspartner laut Nickel die Frage, wo genau die Stadt überdachte Abstellplätze für Räder errichten soll. Bei der anstehenden Verhandlung im Mai werde über Fahrradtrassen und Nebenstraßen gesprochen, sagte er.

Zuletzt hatte der Magistrat das Bürgerbegehren zum Radentscheid aus formalen Gründen abgelehnt. Grundlage waren juristischen Stellungnahmen des Rechtsamts und des Hessischen Städtetags. Auch ein von den Grünen beauftragtes Gutachten kam zum Schluss, dass das Bürgerbegehren den hohen Anforderungen der Hessischen Gemeindeordnung nicht entspreche. Begründet wurde die Ablehnung unter anderem mit der Finanzierung, welche nicht hinreichend hergeleitet worden sei.

Wolfgang Siefert, der verkehrspolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, geht davon aus, dass die Stadtverordneten am 27. Juni über den Radentscheid abstimmen werden. Bis dahin soll das Verhandlungsergebnis vorliegen.

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