+
Platensiedlung.

Kommentar

Rabiater Aktionismus in Frankfurt

  • schließen

Jemandem die Wohnung wegzunehmen, hat noch niemanden besser gemacht. Und das „Problem“ ist damit auch nicht aus der Welt.

Eine sechsköpfige Familie verliert ohne Vorwarnung ihr Zuhause und wird auseinandergerissen, weil sie ein schwarzes Schaf in der Familie hat. Einen Kleinkriminellen wohlgemerkt, der mit Haschisch dealte, das er in der elterlichen Wohnung aufbewahrte. Hätte er in der Wohnung jemanden erschossen, wäre er ins Gefängnis gekommen, die Wohnung aber hätte die Familie behalten dürfen. 

Natürlich: Niemand hat gerne Kriminelle im Haus. Insofern dürften die anderen Mieter der ABG insgeheim dankbar sein. Dürfte aber immer der Nachbar entscheiden, wer rausfliegt, gäbe es sehr viel Leerstand in Frankfurt. Insofern muss die Sache globaler betrachtet werden. 

Die ABG zeigt einen rabiaten Aktionismus, die Stadt applaudiert und zuckt bei der Frage nach der Verhältnismäßigkeit mit den Schultern. Das sollen Gerichte entscheiden. So wird die Stadt ihrer sozialen Verantwortung nicht gerecht. 

Es ist auch zu kurz gedacht. Jemandem die Wohnung wegzunehmen, hat noch niemanden besser gemacht. Und das „Problem“ ist damit auch nicht aus der Welt, nicht mal aus der Stadt, nur von der Straße.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare