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Der Blick auf die Niederlassung von Raab-Karcher heute.

Frankfurt

Raab-Karcher sitzt bis 2033 auf Bühnen-Areal

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Die Diskussion über eine Oper am Main besitzt gar keine realistische Grundlage.Die Stadt müsste den Baustoffkonzern aus der Fläche am Osthafen herauskaufen.

Die seit Monaten andauernde öffentliche Diskussion um den Bau einer Oper im Osthafen besitzt keine realistische Grundlage. Tatsächlich steht das dafür ins Auge gefasste städtische Grundstück Mayfarthstraße 14, das an den Baustoffkonzern Raab-Karcher verpachtet ist, bis zum Jahr 2033 nicht zur Verfügung. Das hat Konzernsprecher Wolfgang Böttger gegenüber der FR verdeutlicht.

„Es wird hier von den Politikern einfach Unsinn geredet“, sagte Böttger. Tatsächlich verfüge Raab-Karcher für das 25 000 Quadratmeter große Grundstück am Wasser über einen Mietvertrag bis zum Jahr 2028. Darüber hinaus besitze man eine Option auf Verlängerung des Kontrakts bis zum Jahr 2033, die man selbstverständlich wahrnehmen wolle. „Auch darüber hinaus würden wir gerne dort bleiben“, so der Unternehmenssprecher. Allerdings ließ er auch eine Hintertür erkennen: Falls Raab-Karcher jemals einen Umzug aus dem Osthafen ins Auge fassen werde, brauche man von der Stadt ein 15 000 bis 20 000 Quadratmeter großes, adäquates Ersatzgrundstück „in der Nähe unseres heutigen Standortes“.

Zugleich brachte Böttger auch finanzielle Forderungen seitens Raab-Karcher gegenüber der Kommune ins Spiel. Denn für den Bau einer neuen Firmendependance auf einem anderen Areal werde man 15 bis 20 Millionen Euro benötigen. Übersetzt heißt das: Die Stadt müsste das Unternehmen herauskaufen.

All das habe der Konzern auch in diesem Jahr in einem Gespräch mit Wirtschaftsdezernent Markus Frank (CDU) zum Ausdruck gebracht. Frank war auf Anfrage der FR nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Unklar ist, warum es der Wirtschaftsdezernent in Kenntnis dieser Situation überhaupt zuließ, dass seine eigene Partei eine öffentliche Diskussion über den Bau eines neuen Opernhauses auf dem Raab-Karcher-Grundstück angezettelt hat. Sowohl der CDU-Kreisvorsitzende und Baudezernent Jan Schneider wie auch der kulturpolitische Sprecher der CDU im Römer, Thomas Dürbeck, hatten das Areal öffentlich ins Gespräch gebracht.

Raab-Karcher-Sprecher Böttger berichtete, dass aufgrund der öffentlichen Diskussion in Frankfurt über das Grundstück im Osthafen besorgte Anfragen von Kunden eingingen. Tatsächlich grenze das Verhalten der Politiker in Frankfurt an Geschäftsschädigung. Auch die kulturpolitische Sprecherin der SPD im Römer, Renate Wolter-Brandecker, nennt das Raab-Karcher-Grundstück „sehr wohl eine Option“ für die künftige Unterbringung von Oper oder Schauspiel.

Deshalb hatten die Sozialdemokraten schon vor Wochen den Magistrat aufgefordert, „das Grundstück nach Auslaufen des Pachtvertrages für die Städtischen Bühnen zu sichern und keine erneute Verpachtung vorzubereiten“. Die Fläche sei ausreichend groß. Wolter-Brandecker behauptet auch, sie sei „durch U-Bahn und Straßenbahn gut erschlossen“.

Tatsächlich liegt die U-Bahn-Station Ostbahnhof aber mehr als einen halben Kilometer entfernt auf der anderen Seite der vielbefahrenen Hanauer Landstraße. Auf der Hanauer fährt die Straßenbahnlinie 11, die eine Verbindung zum Stadtzentrum herstellen könnte.

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