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Im Nieselregen ziehen die Demonstrierenden durch die Stadt. Foto: Rüffer
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Im Nieselregen ziehen die Demonstrierenden durch die Stadt.

Frankfurt

Querdenkerszene fordert Freiheit und hält Abstand

  • VonSabine Schramek
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Am selbst ernannten „Freedom Day“ kamen nicht einmal 300 Teilnehmer:innen nach Frankfurt. Die Demo zog am Samstag vom Günthersburgpark in die Innenstadt.

Lange war es still um die Querdenkerszene in Frankfurt. Für Samstag hatte sie einen neuen Anlauf unternommen und zur Demo vom Günthersburgpark in die Innenstadt aufgerufen. Von Würzburg über Wiesbaden, Darmstadt und Limburg sollten „fast alle Widerstandsgruppen“ dabei sein. Keine 300 Teilnehmer:innen liefen weitgehend ignoriert durch den Nieselregen.

Nach der Melodie „I Shot the Sheriff“ von Bob Marley dudelt ein Song durch den Günthersburgpark. „Stell’ dir vor, es ist Regen und alle gehen hin“, wird aus Lautsprechern gespielt. Nach und nach kommen „alle“ Querdenker mit Herzchen, Plakaten, Fahnen, Plüschtieren und einem Gerät aus Plastik und Stoff, das wie ein Riesendöner aussieht, aber einen elektrischen Widerstand darstellen soll, um „im Widerstand durch Frankfurt“ zu ziehen. Sie haben gelernt, dass sie mit verfassungswidrigen Symbolen bei der Polizei in Frankfurt nicht durchkommen und auch nicht mit abgeklebten Autokennzeichen. Statt wie früher mit Masken und der Runenaufschrift „Impfen macht frei“ wehen deutsche, israelische, italienische, französische, amerikanische, schwedische und Regenbogenflaggen, manche Teilnehmer:innen tragen runde gelbe Sticker mit der Aufschrift „ungeimpft“ an Rucksäcken und Jackenärmeln.

Die vermeintlichen Verfechter:innen der Meinungsfreiheit versuchen diesmal nicht, Gegendemonstrant:innen von der Polizei vertreiben zu lassen, sondern begrüßen sie hämisch und sprechen ihnen Wissen ab. Als sie versuchen, die Gegendemonstrant:innen direkt von ihrer Meinung zu überzeugen, stellen sich Polizist:innen zwischen beide Seiten. Die Querdenker fordern auch nicht mehr von der Polizei, Pressefotograf:innen das Fotografieren zu verbieten, sondern begnügen sich mit Beschimpfungen und Verleumdungen der Presse im Allgemeinen und Fotograf:innen im Besonderen. Sogar Abstände halten die Impfgegner:innen ein. Sie haben offenbar begriffen, dass sie hier gar nicht erst losgehen können. Bei den letzten Versuchen, die Auflagen zu ignorieren, wurden sie jedes Mal gestoppt.

Sechs Kilometer weit durch die Berger Straße, in die Innenstadt und mit zwei Brückenüberquerungen über den Main wollen sie Aufmerksamkeit mit Musik und Reden erregen. Passant:innen wundern sich über den Zug. Weil es nieselt, sind allerdings auf der Berger Straße mehr Leute in den Geschäften und Lokalen als auf der Straße. Auf der Kurt-Schumacher-Straße zieht die Demonstration an einer Impf-Straßenbahn vorbei und scheint es nicht einmal zu bemerken. Im Park sind es noch etwa 130 Teilnehmer:innen, zwischendurch bis zum Fischerplatz, an dem der Aufzug stoppt, zählt die Polizei knapp 300 Teilnehmer:innen. Um Zeit zu sparen und um pünktlich um 17.30 Uhr an der Hauptwache zu sein, wird die Strecke abgekürzt und der direkte Weg ohne Brückenüberquerungen genommen.

„Wird aus Freiwilligkeit Zwang, hilft uns nur der Freiheitsdrang“, „Freiheit beginnt, wo Angst endet“ und „Haltung statt Unterwerfung“ steht auf Plakaten. Kaum beginnen die Reden vor der Katharinenkirche, fangen ihre Glocken an zu läuten. Was gesprochen wird, ist nicht zu verstehen und geht im Geläut unter.

Ohne Zwischenfälle löst sich die Demo der verbliebenen rund 100 Teilnehmer:innen auf. Erst in der Straßenbahn fallen einige Frauen auf, die keine Masken tragen. Trotz Ermahnung von Fahrgästen und Straßenbahnfahrer bleiben sie stur und berufen sich auf „Atteste“. Die Passagiere sind sauer.

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