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Querdenken

„Querdenken“ protestiertgegen Hessischen Rundfunk

  • Hanning Voigts
    VonHanning Voigts
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Sie sprechen von „gleichgeschalteten“ Medien und Zensur: Hunderte Menschen aus dem Umfeld der „Querdenken“-Bewegung wollen vorm Hauptgebäude des Hessischen Rundfunks in Frankfurt protestieren.

Sie reden von Liebe und positiver Energie, aber auch von „gleichgeschalteten“ Medien, die angeblich „politisch gesteuert“ seien: Am kommenden Sonntag, 11. April, wollen Hunderte Menschen aus dem Umfeld der bundesweiten „Querdenken“-Bewegung vor dem Hauptgebäude des Hessischen Rundfunks im Dornbusch protestieren. Für 14 bis 16 Uhr ist eine Kundgebung am HR-Gelände in der Bertramstraße angemeldet, ab 16 Uhr ist dann ein Demonstrationszug bis zur Konstablerwache geplant. Die Veranstalter:innen rechnen mit bis zu 1000 Protestierenden.

Wer genau die Proteste unter dem Motto „Wie viel kann man euch noch glauben?“ organisiert, ist nicht leicht zu sagen. Die Versammlungen wurden von einer Privatperson angemeldet, die Mobilisierung läuft über den Messengerdienst Telegram. Im Aufruf zu der Kundgebung heißt es, man trete „für eine ehrliche Berichterstattung unserer Medien“ ein. Man sei nicht damit einverstanden, „dass die Medien gleichgeschaltet sind, nicht wahrheitsgemäß berichten, politisch gesteuert werden und vieles zensiert wird“. Mit „Gleichschaltung“ bezeichnete die NSDAP ab 1933 die erzwungene Eingliederung aller gesellschaftlichen Bereiche in die Nazidiktatur. Verbreitet wird dieser Aufruf von der Frankfurter Gruppe „Querdenken 69“, aber auch vom Kölner Entertainer Nana Domena, der schon öfter bei größeren Querdenken-Demonstrationen aufgetreten ist. Im Aufruf werden mehrere Redner:innen aus dem Querdenken-Spektrum angekündigt, außerdem der Rapper „Schwarzvyce“.

Pauschale Kritik

Pauschale Medienschelte ist bei „Querdenken“ schon länger verbreitet, neben Verschwörungserzählungen zur Coronavirus-Pandemie ist dort auch die Behauptung üblich, „die Mainstreammedien“ würden von der Regierung oder wenigen Mächtigen gesteuert. In der Vergangenheit war es am Rande von Querdenken-Protesten immer wieder zu Angriffen auf Journalist:innen gekommen, außerdem wurden Auflagen zu Abstandsregeln und Maskenpflicht systematisch ignoriert.

Auf Anfrage teilte der HR der Frankfurter Rundschau mit, man werde über die Proteste „sachlich und unabhängig berichten, so wie es unser Auftrag und unsere Aufgabe ist“. Sachlicher Kritik stelle man sich als Medienhaus jederzeit. Bei der täglichen Arbeit erlebe man aber, „dass es immer häufiger zu Anfeindungen und sogar tätlichen Übergriffen gegenüber unseren Kolleg:innen kommt“. Man hoffe auf einen friedlichen Verlauf der Proteste.

Intern scheint es im HR durchaus Sicherheitsbedenken zu geben: Nach FR-Informationen bittet die Medienanstalt ihre Mitarbeiter:innen bereits, am Sonntag nur ins Büro zu kommen, wenn es absolut notwendig sei. Der Zugang zu den Gebäuden wird wohl nur eingeschränkt möglich sein, der HR setzt zusätzliche Sicherheitskräfte ein.

Ein Polizeisprecher sagte der FR, man bereite sich bereits auf die Kundgebung vor und werde sie am Sonntag der Lage angepasst begleiten.

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