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„Querdenken“ demonstriert mit „Booster-Hase“

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Von: Sabine Schramek

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Weiterhin Proteste gegen Corona-Schutzimpfungen.
Weiterhin Proteste gegen Corona-Schutzimpfungen. © Monika Müller

Der Zulauf zu den Demos der Impfgegnerschaft ebbt in Frankfurt zunehmend ab.

Von „Maskenterror“ und „Impfzwang“ über „versklavte Gehirne“ bis hin zum „Booster-Hasen“, dazu Klatschen zu Fliegeralarmklängen vom Band – die Bandbreite bei „Querdenken“-Demos ist groß. Der Zulauf indes wird geringer. Wochentags bewegen sich die Teilnehmerzahlen nur noch im zweistelligen Bereich. Am Samstag zählte die Polizei in der Spitze 1500 Menschen.

„Es kommt nicht darauf an, wie viele wir sind. Wir sind für euch da“, sagte ein Redner. In Zeiten, als noch 7500 oder 5000 Querdenker:innen in Frankfurts Straßen „Freiheit, Widerstand, keine Diktatur“ riefen, haben sie bei der Versammlungsbehörde 500 Teilnehmer:innen angemeldet. Seit es viel weniger sind, melden sie 2000 an. Ebenso widersprüchlich sind die Themen ihrer offiziellen Anmeldungen und Aufrufe, die sie ihren Mitläufer:innen mitteilen. „Für die medizinisch korrekte Anerkennung einer langfristigen, stabilen Immunisierung von Genesenen!“ lautet der Titel der angemeldeten Veranstaltung, in den Telegram-Gruppen der „Querdenken“-Gruppe indes ist die Rede vom „großen Aufzug für Frieden und Freiheit“.

So oder so – der Aufzug am Samstag mutet bizarr an: Frauen tragen Spritzen und Corona-Viren als Haarschmuck. Die „Osterhäsin“ mit Blümchenplakaten von vor Wochen hat sich in einen „Booster-Hasen“ mit großen braunen Zähnen verwandelt. „Wir sind das Volk“, „König von Deutschland“, „Corona ist vorbei“ tönt es aus dem Partywagen.

Aufgeboten werden auch Pappkartons, die als Särge dekoriert sind, dazu Schilder mit vermeintlichen Steigerungszahlen von bis zu mehr als 800 Prozent bei gesundheitlichen Problemen wie Menstruationsbeschwerden, Hodenkrebs, Unfruchtbarkeit, Migräne oder Myelitis nach einer Corona-Schutzimpfung. Als Quelle der Zahlen wird eine „US Militär Erhebung 2021“ genannt.

Auf dem Römerberg tritt ein Mann auf, der als ehemaliger Richter des Landgerichts und Honorarprofessor der Goethe-Universität vorgestellt wird. Als er spricht, leert sich der Platz weiter.

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