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Winfried Gärtner übergibt Bianca Senf das gespendete Puppenhaus.

Umgang mit Krebs

Ein Puppenhaus für die Uniklinik Frankfurt

Spielzeug hilft Kindern dabei, ihren Umgang mit dem Krebs zu erleichtern. Ein Ehepaar hat ein Puppenhaus gespendet.

In den Räumen der Krebsberatung der Uniklinik steht ein großes Puppenhaus. Es ist voll eingerichtet: Farbige Tapeten schmücken die Räume. Auf den Miniaturmöbeln sitzen fingergroße Tiere und Menschen.

Bianca Senf nimmt das Puppenhaus in Empfang. Der Leiterin der psychoonkologischen Abteilung des Universitären Centrums für Tumorerkrankungen an der Uniklinik ist die Freude über das Geschenk anzusehen. Bianca Senf begleitet und berät Krebspatienten und deren Angehörige. Sie und ihr Team wollen Betroffenen „ein Navigationssystem während der Krebserkrankung“ bieten, sagt sie.

Das Puppenhaus hat einen Wert von 1500 Euro. Es ist für die Kinder krebskranker Eltern gedacht. „Die Kinder kommen rein, sehen das Puppenhaus und fangen an zu spielen“ - so beschreibt Senf, wie sie sich die Verwendung des Spielzeugs vorstellt. Es erleichtere ihr den ersten Kontakt zu den Kindern und helfe auch, die Erkrankung von Vater oder Mutter spielerisch zu erklären.

Wert von 1500 Euro

Gespendet hat das Puppenhaus das Ehepaar Erika und Winfried Gärtner aus Hainburg im Landkreis Offenbach. Die beiden haben den Verein „Winni’s Puppenhaus Museum“ gegründet. Ursprünglich habe Winfried „Winni“ Gärtner nur ein Puppenhaus für seine Enkelin Lara bauen wollen, sagt Erika Gärtner. Da über die Zeit aus einem Puppenhaus viele wurden, habe das Ehepaar das Projekt im Verein weiterführen wollen. Später sei ihnen die Idee gekommen, ein- bis zweimal im Jahr ein Puppenhaus an eine soziale Einrichtung zu spenden.

Dass Familie Gärtner dieses Jahr an die Psychoonkologie gespendet hat, ist kein Zufall. Die Psychologin Bianca Senf hatte das Ehepaar mit ihrem Puppenhaus-Projekt im Hessischen Rundfunk gesehen und sich daraufhin mit ihrer Abteilung beworben. „Ein Puppenhaus für 1500 Euro ist im Budget der Uniklinik nicht enthalten“, sagt sie. Am Ende fiel der Losentscheid der Gärtners auf die Uniklinik. „Kinder sind immer auch mitbelastet, wenn Eltern an Krebs erkranken“, sagt Senf.

Die Leiterin der Psychoonkologie ist auch Autorin. Sie hat den Kurzratgeber „Wahrheit braucht Mut“ verfasst. Darin macht sie Vorschläge, wie Krebskranke mit ihren Kindern über das Thema sprechen können. Die Psychologin beschreibt auch, wie sie selbst mit Kindern über die Krankheit spricht. Sie umschreibt darin nicht, sondern vermittelt den Kindern mit Begriffen aus der Biologie, was Krebs ist, wie die Krankheit entsteht. „Das Verstehen- und Einordnenkönnen ist für die Kinder sehr wichtig“, sagt Senf. Krebs greifbar zu machen, nehme ihnen die Angst.

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