Brandserie

Prozess gegen mutmaßlichen Brandstifter beginnt

  • Hanning Voigts
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Ab November steht in Frankfurt der Mann vor Gericht, der für eine Brandserie an linken Zentren und alternativen Wohnprojekten verantwortlich sein soll. Angeklagt ist er erst einmal wegen 16 anderer mutmaßlicher Taten.

Vor fast einem Jahr wurde er verhaftet, jetzt sitzt er bald auf der Anklagebank: Am 6. November beginnt vor dem Landgericht Frankfurt der Prozess gegen den mutmaßlichen Serienbrandstifter Joachim S. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 47-Jährigen unter anderem schwere Brandstiftung und versuchte Brandstiftung vor. Angeklagt sind 16 Taten, die sich zwischen Dezember 2018 und Dezember vergangenen Jahres ereignet haben sollen. Wie ein Sprecher des Landgerichts der Frankfurter Rundschau bestätigte, sind bis Ende November zunächst sieben Verhandlungstage angesetzt.

Joachim S. hat es in den vergangenen Jahren zu einiger Bekanntheit in der Öffentlichkeit gebracht: Zusätzlich zu den 16 mutmaßlichen Taten, wegen derer er sich jetzt vor Gericht verantworten muss, soll er auch für die aufsehenerregende Brandserie bei linken Kulturzentren und alternativen Wohnprojekten im gesamten Rhein-Main-Gebiet verantwortlich sein, bei der es zwischen Herbst 2018 und Sommer vergangenen Jahres bei einer Vielzahl von Projekten gebrannt hatte. Von den Bränden waren unter anderem das „Café Exzess“ in Bockenheim, die Wohnprojekte „Au“ und „Assenland“ in Rödelheim sowie das Kulturzentrum „Metzgerstraße 8“ in Hanau und das Schwalbacher Hausprojekt „Knotenpunkt“ betroffen gewesen. Die Brände hatten teils erheblichen Sachschaden angerichtet, es war allerdings niemand verletzt worden.

Spenden an die AfD

Im Dezember vergangenen Jahres war Joachim S. festgenommen worden, nachdem die Polizei ihn intensiv observiert hatte. Seitdem befindet er sich in Untersuchungshaft. Die Nutzer und Bewohner der von der Brandserie betroffenen Projekte hatten die Ermittlungen gegen den 47-Jährigen schon während der laufenden Brandserie als zu lasch kritisiert, unter anderem deshalb, weil Joachim S. schon Ende 2018 von Nutzern der „Metzgerstraße 8“ festgehalten und der Polizei übergeben worden war. Laut den Aktivisten hatte er zuvor ein Feuer in dem Gebäude gelegt. Es ist durchaus denkbar, dass die Brandserie politisch motiviert war: Recherchen der FR hatten ergeben, dass Joachim S. 2017 und 2018 insgesamt rund 1700 Euro an die hessische AfD gespendet hatte.

Ein Sprecher der Frankfurter Staatsanwaltschaft bestätigte der FR, dass die Ermittlungen wegen der Brände bei linken Zentren immer noch nicht abgeschlossen sind. Es ist also denkbar, dass S. nach seinem Prozess mit einer zweiten Anklage rechnen muss.

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