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Der Angeklagte Franco A.
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Der Angeklagte Franco A.

Frankfurt

Prozess gegen Franco A.: Zwischen Flughafenklo und Tiefgarage

  • Stefan Behr
    VonStefan Behr
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Franco A. räumt vor dem Oberlandesgericht Frankfurt den unerlaubten Besitz mehrerer Waffen ein. Zu deren Herkunft schweigt er.

Im Prozess gegen den unter Terrorverdacht stehenden Bundeswehroffizier Franco A. hat der 32 Jahre alte Angeklagte am Donnerstag vor dem Oberlandesgericht Frankfurt zumindest Teile der Anklage, nämlich den unerlaubten Besitz mehrerer Waffen, eingeräumt. Zu deren Herkunft allerdings wollte er nichts sagen.

Die im Keller seiner Mutter gebunkerte Munition begründete er mit dem nahenden Bürgerkrieg, den die Flüchtlingspolitik der Bundeskanzlerin zwangsläufig heraufbeschwöre. Die Munition habe der Vorbereitung auf diesen gedient – ebenso wie Stromaggregat, Wasserkanister, Petroleumlampe, Lebensmittel und andere Prepper-Accessoires. Bei der Munition habe es sich im Übrigen größtenteils um ungefährliche Übungsmunition aus Bundeswehrbeständen gehandelt.

Die Vorbereitung eines Terroranschlags unter der falschen Identität eines syrischen Flüchtlings, unter der A.

15 Monate ein Doppelleben geführt hatte, leugnet der Angeklagte nach wie vor. Dagegen spreche auch die ausführliche Dokumentation seiner Flüchtlingskarriere, die er selbst auf Handyvideos immer wieder dokumentiert hatte: „Hätte ich den Plan gehabt, jemandem Schaden zuzufügen, hätte ich doch diesen Dokumentationsaufwand nicht betrieben.“

A. bleibt bei seiner Verteidigungslinie, mit der Flüchtlingsscharade die seiner Meinung nach skandalöse Politik der Bundesregierung bloßzustellen. In diesem Zusammenhang stehe auch sein Besuch in der Tiefgarage der Amadeu-Antonio-Stiftung in Berlin am 22. Juli 2016, den A. jetzt einräumt. Er habe aber lediglich mit Anetta Kahane Fragen der Flüchtlingspolitik diskutieren wollen. Das wäre zweifellos ein interessantes Gespräch geworden, aber nach eigenen Angaben war A. an der Tür abgewiesen worden mit der nachvollziehbaren Begründung, da könne ja jeder kommen. Er habe anschließend in der Tiefgarage auf Kahane gewartet, die aber nicht gekommen sei. Eine Waffe habe er bei seinem Besuch nicht dabeigehabt.

Mittlerweile mehren sich die Zweifel, ob im Ernstfall mit Offizieren wie Franco A. ein Krieg zu gewinnen wäre. Dagegen spricht seine Begründung für ein von ihm in einer seiner Chatgruppen gepostetes Foto einer Toilette auf dem Wiener Flughafen. Dort hatte A. eine Waffe deponiert, die er angeblich beim Urinieren in ein Wiener Gebüsch gefunden haben will. Die deponierte Pistole war von einer Putzfrau entdeckt worden. Beim Versuch, sie abzuholen – angeblich, um sie der Wiener Polizei zu übergeben -war A. von ebendieser festgenommen worden.

Das gemachte Foto begründete A. vor dem Oberlandesgericht nun damit, dass er es gemacht habe, um die Toilette wiederzufinden, da er sich am Wiener Flughafen nicht so gut auskenne. Allerdings zeigt das Foto das Innere der Klokabine.

Wie dieses Foto den beim wiederfinden hilfreich hätte sein sollen, will der Staatsschutzsenat wissen. Es ist eine der Fragen, auf die A. keine Antwort geben kann. mit dpa

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