Politiker von SPD und Linken und Kunden versicherten die Beschäftigten ihrer Solidarität.
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Politiker von SPD und Linken und Kunden versicherten die Beschäftigten ihrer Solidarität.

Widerstand

Protest gegen die Karstadt-Schließung in Frankfurt: „Die Zeil ohne uns geht gar nicht!“

  • Christoph Manus
    vonChristoph Manus
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Beschäftigte des Karstadt-Warenhauses an der Zeil haben mit viel Unterstützung gegen die geplante Schließung der Filiale protestiert. Eigentümer Albert Sahle erneuerte das Angebot, die Miete zu senken.

  • Zahlreiche Menschen protestieren gegen die Schließung der Karstadt Filiale in Frankfurt
  • Mehrere hundert Menschen könnten ihre Jobs verlieren
  • Neben den Beschäftigten setzen sich auch der Oberbürgermeister Frankfurts und viele andere Politiker für den Erhalt der Filiale ein

Frankfurt - Etwa 200 Menschen, darunter mehrere Dutzend Beschäftigte des Warenhauses Karstadt an der Frankfurter Zeil, haben am Montagmittag gegen die geplante Schließung des Traditionshauses protestiert und Widerstand angekündigt. Betriebsratschef Norbert Sachs sagte, er wisse immer noch nicht, aus welchem Grund das Warenhaus, das schwarze Zahlen geschrieben habe, auf der Schließungsliste gelandet sei. Die Beschäftigten kämpften aufopferungsvoll für das Unternehmen und diese Filiale, hätten sogar auf Gehalt verzichtet. Wenn Karstadt schlecht dastehe, liege das an Missmanagement in der Führungsebene.

Frankfurt: Schließung der Karstadt-Filiale würde 440 Angestellten den Job kosten

Es stimme, dass der Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof in einer Krise sei. Nun sollten aber, wie schon in der Vergangenheit, wieder die Beschäftigten zahlen. Und die Verantwortlichen machten für viel Geld „die Fliege“, sagte Katja Deusser von der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi.

Allein das Aus von Karstadt auf der Zeil würde nach Gewerkschaftsangaben 440 Menschen direkt oder indirekt den Job kosten. Der Warenhauskonzern plant überdies, den Karstadt im Main-Taunus-Zentrum, den Kaufhof im Hessencenter sowie Karstadt Sports an der Hauptwache zu schließen. Vor dem Karstadt waren Fotos von Beschäftigten zu sehen, deren Arbeitsplätze nun auf dem Spiel stehen. „Die Zeil ohne uns geht gar nicht!“, war auf einem Transparent zu lesen. Eine Unterschriftenliste gegen die Schließung des Hauses lag aus.

Frankfurt: Ministerpräsident fordert Karstadt-Chefs auf, das Angebot des Vermieters zu prüfen

Politiker von SPD und Die Linke unterstützten am Montag den Widerstand gegen die Schließung. Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) sagte, Karstadt gehöre zu Frankfurt, sei Teil „einer Tradition, die wir hier heute verteidigen“. Dass man das Warenhaus „plattmache“, gehe gar nicht. Zumal kein Mensch die Begründung für die Schließung verstehe. Vielleicht gehe es dem Konzern bei der Drohung, die Filiale zu schließen, darum, die Miete zu senken. Doch man dürfe Menschen nicht wie Schachfiguren einsetzen, sagte er.

Karstadt-Betriebsrätin Katayun Strack verlas einen Brief von Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) an die Karstadt-Chefs, in dem er diese dringend auffordert, das Angebot des Vermieters, des Unternehmens Sahle Wohnen, auf eine Mietsenkung zu prüfen. Dieses hatte offeriert, die Pacht um mehr als eine Million Euro im Jahr zu mindern.

Karstadt fordert höhere Senkung der Mietkosten für die Filiale in Frankfurt

Karstadt sei das aber zu wenig, berichtete Unternehmer Albert Sahle am Rande der Kundgebung, der nach Frankfurt gekommen war, um klarzustellen, dass ein Aus für das Warenhaus nicht am Vermieter liege. Schon jetzt zahle Karstadt eine günstige Miete von sechs Millionen Euro im Jahr. Er sei bereit gewesen, für neun Jahre auf einen Teil der Einnahmen zu verzichten. Karstadt aber sei darauf nicht eingegangen, sondern habe eine Reduzierung um zwei Millionen Euro und das für einen noch längeren Zeitraum gefordert. Er sei weiter gesprächsbereit, sagte Sahle. Der Ball liege aber bei Karstadt.

Während der Karstadt in Frankfurt die Schließung droht, bleiben andere Filialen in Hessen geöffnet. Im Frankfurter Osten schließt im Hessen-Center allerdings die Filiale von Galeria Kaufhof. Darum wächst dort die Angst, das ganze Einkaufszentrum könnte, vor dem Aus stehen, da das Hessen-Center mit Galeria seinen letzten Ankermieter verliert. Diese Angst muss aber nicht

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