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Umstrittene Mode.

Mode-Ausstellung

Frankfurt: Protest um Ausstellung zu muslimischer Mode

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Freude des iranischen Regimes über Mode-Ausstellung war Auslöser.

Es sind die Worte der iranischen Regierung, die Shahnaz Morattab in Frankfurt auf die Straße treiben. „Das geht doch nicht!“ war ihre Reaktion auf einen Artikel auf der Webseite des Regimes, in dem es sich erfreut darüber gezeigt habe, dass die Ausstellung „Contemporary muslim fashions“, nach Europa kommen würde.

Seit gestern ist die Schau hier zu sehen, nachdem sie zuerst von September 2018 bis Januar 2019 im de Young Museum in San Francisco präsentiert wurde. Dort allerdings blieben Proteste – mit denen die Macher laut Kuratorin Jill d’Allessandro durchaus gerechnet hatten – jedoch aus.

Die Freude des iranischen Regimes, vor dem Morattab selbst vor 35 Jahren geflohen ist, sei „ein wichtiges Signal“ für sie gewesen, berichtet die konfessionslose Iranerin. Deshalb hat sie – zunächst bis Sonntag – ihren Protest angemeldet und über Facebook und Instagram dazu aufgerufen, von 16 bis 18 Uhr vor dem Museum Angewandte Kunst zu demonstrieren.

Lesen Sie hier: Die Ausstellung im Museum Angewandte Kunst

Wenn man seit Jahren für Frauenrechte und gegen Unterdrückung von Frauen und den Zwang zur Verschleierung kämpfe, könne man nicht einfach zuschauen, wie eine Ausstellung Werbung für Mode mache, die sich an solche Bekleidungsvorschriften halte, sagt sie. Es sei keineswegs eine Demonstration gegen die Besucher oder muslimische Frauen, vielmehr gegen den politischen Islam, betont sie. Nicht eingeladen sind explizit „Rassisten und Islamhasser aus dem rechten Spektrum“, schreibt sie auf Facebook.

Die Freien Demokraten in Frankfurt begrüßen den ausgelösten Diskurs in einer Mitteilung. Für den FDP-Kreisvorsitzenden Thorsten Lieb und den kulturpolitischen Sprecher der FDP-Fraktion im Römer, Stefan von Wangenheim, macht die Ausstellung muslimischer Mode „auch die dahinterstehenden schwierigen gesellschaftlichen Spannungen deutlich erkennbar“. Insbesondere in der Darstellung der Rolle der Frau sei die aktuelle Diskussion ein „Meilenstein“, meinen sie und rufen zu einer sachlichen Debatte über das strittige Thema Kopftuch auf.

Morattab überlegt derweil, wie es nächste Woche weitergehen soll. „Ich denke wir werden ab dann ein- bis zweimal in der Woche protestieren“, sagt sie.

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